Bericht über das Ergebnis der Spendenaktion für die Erdbebenopfer im Iran
Die iranische Gemeinde in Deutschland (IGD) hat 2019 nach katastrophalen Überschwemmungen in vielen Provinzen des Irans gemeinsam mit 15 weiteren iranischstämmigen Vereinen eine Spendenaktion gestartet. Der gesammelte Betrag i.H.v. 8.105,00 (Achttausend einhundert und fünf) Euro wurde im November 2019 in Teheran an HAMI-Verein, eine iranische NGO, übergeben. Der HAMI Verein plante zu diesem Zeitpunkt Wiederaufbau zerstörter Schulen bzw. Aufbau neuer Schulen mit Spendengeldern im von der Flutkatastrophe betroffenen Provinz Ahvaz.
Laut HAMI Verein ist die gesammelte Spende beim Aufbau des Gymnasiums „Khatere“ für die Mädchen in „Om eltamir“ im Provinz Ahvaz verwendet. Unter folgendem Link können Sie einen Eindruck von Aufbauarbeiten gewinnen.
Iranische Gemeinde in Deutschland verurteilt auf Schärfste den islamistischen Terror in den letzten Wochen in Frankreich, England, Deutschland, Afghanistan und Österreich. Diese Terrorakte sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ist ein offener Angriff auf universelle Werte der Menschenrechte und Demokratie.
Die Demokratie und junge Menschen mit Mitgrationshintergrund in Gefahr
Wir beobachten mit zunehmender Sorge den Aufstieg des islamischen Fundamentalismus auf der ganzen Welt, insbesondere in Europa und auch hier in Deutschland. Indem sie sich hinter religiösen Institutionen und Symbolen verstecken und die freiheitlich demokratische Grundordnung in den Aufnahmegesellschaften missbrauchen, versuchen die Islamisten unentwegt, Teile der Migranten-Community und Geflüchteten, insbesondere Jugendlichen, die womöglich unter Diskriminierung, Ausgrenzung und rassistische Übergriffe leiden und sich zum Teil in den tiefgreifenden Identitätssuchprozessen befinden, für ihre hasserfüllten und menschenfeindlichen Gedankengut zu gewinnen. Ausbau und Entwicklung des Terrornetzwerks in Europa
Islamische Fundamentalisten versuchen, die Demokratie und die demokratischen Werte in den Aufnahmegesellschaften als Hauptgrund für die rassistischen und diskriminierenden Erfahrungen im täglichen Leben von Einwanderern, insbesondere jungen Menschen ausländischer Herkunft darzustellen. Viel zu lange wurden diese aufrührerischen Bestrebungen aus politischen Gründen und falscher Rücksichtnahme von staatlichen Sicherheitsinstitutionen toleriert. In den letzten Jahren sind viele junge Anhänger aus salafistischen Szenen zum „Islamischen Dschihad“ in Teile des Iraks und Syriens gereist und haben sich dem Islamischen Staat angeschlossen. Nach dem Zerfall des IS kehren jetzt viele Kämpfer nach Deutschland und in andere europäische Länder zurück. Nebenbei werden seit Langem eine Reihe von scheinbar religiösen Institutionen von ausländischen Regierungen in Deutschland als Netzwerk zur Verbreitung von Hass, Antisemitismus, fundamentalistische Ansichten sowie zur Bereitstellung logistischer Einrichtungen für Terroranschläge eingesetzt. Jedes Jahr anlässlich des Al-Quds-Tages finden in Berlin Demonstrationen statt, deren Hauptslogans antisemitische und hasserfüllte Hetze sind. Zusätzlich zu diesen subversiven Aktivitäten wurden in Deutschland und Europa eine Reihe von Wirtschaftsinstitutionen für die Geldwäsche eingerichtet. Auf diese Weise konnten Islamisten ihr Terrornetzwerk in Form religiöser, wirtschaftlicher und politischer Institutionen in Deutschland und ganz Europa ausbauen, was durchaus eine ernsthafte Bedrohung für die Demokratie darstellt. Um diesem Netzwerk zu begegnen, erfordert es eine gemeinsame Anstrengung und ernsthaftes Handeln aller demokratischen Kräfte mehr als je zuvor.
Der Kampf gilt auch gegen Rassismus und Rechtsextremismus
Es sollte betont werden, dass der Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus nicht vom Kampf gegen Rassismus und andere extremistische Tendenzen wie Rechtsradikale, neonazistische und faschistische getrennt werden kann, und es ist offensichtlich, dass die Konfrontation mit Islamisten und deren Bekämpfung nicht nur ausschließlich sicherheitstechnisch und politisch zu bewerkstelligen ist. Solange die soziale und kulturelle Grundlage zur Entstehung und Entwicklung islamistisches Gedankengut existiert, kann die einseitige Bekämpfungsstrategie nicht zum Erfolg führen. Die Stärkung und Unterstützung säkularer und demokratischer Institutionen der Einwanderer- und Migranten in Deutschland und Europa sowie die Schaffung einer Perspektive für die Teilnahme am politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturell-pädagogischen Leben, insbesondere für Kinder und Jugendliche ist vermutlich eine der wirksamsten Instrumentarien, den weiteren Zulauf zum islamischen Extremismus zu verhindern.
Ehrenamtler*innen mit Migrationshintergrund im Einsatz für Flüchtlinge
Seit April 2019 ist die IGD e.V. als einer von fünf Migrantenverbänden in Deutschland im Projekt „Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund im Einsatz für Flüchtlinge“ (EEF) der BAGIV tätig. Koordinatorin für die IGD e.V. ist Rachel Clarke. 10 Flüchtlingsbeauftrate sind in der niederschwelligen Beratungsarbeit tätig und/oder fördern das Selbst-Empowerment bzw. Teilhabe von Geflüchteten aus dem Iran, Afghanistan und anderen Ländern.
Es folgt ein Erfahrungsbericht von Banafsheh Nejati Barogh, EEF Flüchtlingsbeauftragte für die IGD e.V.,
Standort: Chemnitz.
Erst die Sorgen überwinden, dann Theater spielen
Ich heiße Banafsche Nejati Barogh und bin ausgebildete Schauspielerin aus dem Iran. Seit zwei Jahren wohne ich in Chemnitz, lerne Deutsch und bin seit März 2020 ehrenamtlich als Flüchtlingsbeauftragte für die IGD e.V. dort tätig. Die Probleme der Neuangekommene in Deutschland kenne ich aus eigenen Erfahrungen. Man kann nicht darauf warten, bis man die Sprache kann, um Freunde und Anschluss zu finden, da würde man dabei vereinsamen! Und vor allem: Um eine Sprache zu lernen, brauchen wir Austausch in jener Sprache! Anstatt an der Situation zu verzweifeln wollte ich eine Theatergruppe in Chemnitz gründen. Aber mir fehlten noch Kontakte. Also griff ich zum Telefon und sprach mit der Stadt, mit einer Pastorin und mit einer Übersetzerin: Sie waren alle gut vernetzt. Ich konnte auch einen Raum, die für Vereine zur Verfügung steht, auch mitnutzen.
Bald fand das erste Treffen statt – und ich mich in einer Gruppe von acht Frauen, die unterschiedlich lang in Deutschland gewesen waren. Sie meinten, sie hätten zu vielen Alltagssorgen und daher zu wenig Muße, um Theater zu spielen. Also bildeten wir eine Hilfe zur Selbsthilfe Gruppe für geflüchtete Frauen mit Muttersprache Farsi und Dari.
Es stoßen zu unsere Gruppe immer mehr Frauen dazu. Die Gespräche finden auf Deutsch statt, und erklären nur das, was nicht verstanden wurde auf Farsi oder Dari. Am Ende jeder Sitzung wählen wir ein Thema für die kommende Woche: das könnte zum Beispiel das Grundgesetz, Frauenrechte, Kindererziehung, die Anerkennung von Zeugnissen oder die Job-, Studienplatz oder Ausbildungssuche hier sein. Jede sammelt wichtige Infos zu diesem Thema im Internet, um sie dann mit der Gruppe zu teilen. Zudem gehen wir auf die Probleme der Einzelne ein. Die Diskussion wird immer besonders animiert, wenn es um Verhaltens- und Kommunikationsregel hier im Vergleich zum Iran und Afghanistan geht. Als Schauspielerin habe ich natürlich Freude an diesem Thema.
Im März verzweifelte ich noch daran, ob ich jemals eine Gruppe zusammen bekommen wurde: Wie sollte man im Lockdown neue Menschen kennenlernen?! Aber schon im Mai waren so viele Leute dabei, dass ich dafür sorgen musste, dass jede Frau im Online-Gespräch gleich viel Redezeit bekommt. Wir treffen uns immer weiter – trotz der Kontakteinschränkungen – aber eben online. Als ich nicht weiter wusste, habe ich die Fühler ausgestreckt und nach Unterstützung gefragt. Das hat sich in diesem Fall bewährt.
Und eines Tages, wenn die Alltagssorgen überwunden sind, finden wir doch die Muße Theater zu spielen.
Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) gratuliert zum Welttag der Bürgerbeteiligung am 18. August 2020.
Bürgerschaftliches Engagement gehört den wichtigsten, konstitutiven Elementen einer Demokratie. Der Welttag der Bürgerbeteiligung soll daher an die zahlreichen Menschen, die sich an politischen und planerischen Entscheidungsprozessen beteiligen erinnern. Politische Beteiligung hat sich gewandelt. Sie ist vielfältiger geworden. Mehr und mehr entstehen Formen, die Bürgern Möglichkeiten eröffnen mitzuwirken und mitzuentscheiden. Neben dem Engagement in politischen Parteien oder dem Wahlrecht bietet sie damit eine weitere Plattform, an Entscheidungen und Projekten mitzuwirken. Breite Beteiligung misst sich nicht an der Anzahl, sondern vielmehr an der breiten Vielfalt der Beteiligung, wenn alle Interessen, die es in einer Gesellschaft gibt, möglichst gut abgebildet sind. Bürgerschaftliches Engagement besitzt in der iran- und afghanstämmigen, wie auch anderen Migrantencommunities wegen herkunftskultureller Prägungen, der politischen Praxis und politischen Kultur andere Konnotationen. Die Divergenzen bezüglich der Bürgerbeteiligung sind jedoch viel geringer, als es diese Beschreibung erwarten lässt. Werte wie Solidarität, Hilfsbereitschaft, Verantwortung und Nächstenliebe, existieren auch in allen Herkunftskulturen dieser Menschen. Und damit auch die Grundlage für die zivilgesellschaftliche Aufgabe und politische Handlungsoption eines mündigen Bürgers.
Die IGD unterstützt die Interessen der Iraner*innen und iranstämmigen Menschen als Teil der postmigrantischen Gesellschaft in Deutschland und hat das Ziel der gemeinsamen Mitgestaltung mit den anderen gesellschaftlichen Akteuren an einer nachhaltigen, solidarischen und gerechteren Zukunft. Wir streben an:
Sensibilisieren zum Bürgerengagement der Migrant*innen insbesondere der iran- und afghanstämmigen Communities
Ermunterung zu einer gleichberechtigten, demokratischen Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben durch Zugänge und Beiträge zur Stärkung ihrer Debatten- und Streitkultur und Stärkung der politischen Selbstwirksamkeit
Die IGD erinnert an den Weltflüchtlingstag, der vor 19 Jahren von den Vereinten Nationen eingerichtet wurde.
Nach dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) waren Ende 2019 weltweit annähernd 71 Mio. Menschen auf der Flucht. Mehr als 70% davon sind sog. Binnenflüchtlinge, also Menschen, Binnenvertriebene, die innerhalb ihres Heimatlandes zur Flucht gezwungen sind. „Anhand dieser Zahlen“, so der Vorsitzende der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD), Ehsan Djafari, „erscheint die Zahl von Menschen, die in Europa und Deutschland in den letzten Jahren Zuflucht gesucht und gefunden haben, als sehr gering“.
Die VN bzw. die UNHCR veröffentlicht zum Weltflüchtlingstag traditionell einen Jahresbericht. Darin wird sie dieses Jahr wiederholt die Weltgemeinschaft an „vergessene Krisen“ und humanitäre Katastrophen wie im Jemen erinnern, weil nach aktuellen Schätzungen des UN-Nothilfebüros (Ocha) im Jahr 2020 rund 168 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden.
„Es steht zu befürchten, dass der globale Norden aufgrund der aktuellen Corona-Krise diese Menschen und Krisen noch mehr vergessen wird und noch niemand kann realistisch abschätzen, wie sich die Pandemie auf den globalen Süden auswirken wird“, so Djafari weiter. Wir möchten mit dieser Stellungnahme der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass bei den durch die Pandemie beschleunigten angedachten Paradigmenwechseln der Lebens- und Wirtschaftsmodelle im globalen Norden, auch für den globalen Süden endlich nachhaltige, gerechte und solidarische Maßnahmen ergriffen werden.
Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) stellt das IGD-Projekt im Rahmen der Kampagne „Engagement macht stark!“ vor:
”Das Projekt der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V. zielt auf die Initiierung eines Wertedialogs mithilfe diverser Begegnungsformate auf Augenhöhe. Mit Blick auf unser zukünftiges Zusammenleben weltweit spielen hier auch Themen wie Klima- und Umweltschutz eine wichtige Rolle.
„Engagement macht stark!“Deine Werte. Meine Werte. Unsere Werte. Ein Wertedialog auf Augenhöhe.
„In Zeiten einer Krise wie derzeit, dürfen wir nicht die mit vulnerabelste Bevölkerungsgruppe überhaupt – die Kinder- vergessen“, so der Vorsitzende der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD), Ehsan Djafari in seiner Stellungnahme zum Internationalen Kindertag am 01.06.
Bis ins Jahr 2018 feierte man in westdeutschen Bundesländern den Weltkindertag am 20.09 und in ostdeutschen Bundesländern in der Tradition des sozialistischen Ostblocks geschuldet den 01.06. als Internationaler Kindertag. Glücklicherweise wird nun seit zwei Jahren bundesweit beider Feiertage gedacht, zumal „Kinder das höchste Reichtum der Menschheit sind, und eigentlich jeden Tag des Jahres wir uns für Kinder und deren Rechte einsetzen müssten“, so Djafari weiter.
Und wie stellt sich die Situation der Kinder derzeit weltweit dar? Trotz der im Jahr 2016 deklarierten globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals- SDGs), die bis zum Jahr 2030 erfüllt sein sollen, sind Kinder im Globalen Süden weiter am stärksten von der Armut und Ernährungsengpässen betroffen. Und Bildung für alle bzw. gleiche Qualität in der Bildung für alle ist auch im globalen Norden nicht immer garantiert. In der aktuellen Krise werden wir Zeugen längst überfälliger Debatten über die digitalen (Nicht)Kapazitäten unserer Schulen. Kinderarmut ist auch durch die Schließung der Tafeln und Kinderhorte stark in den Fokus der Debatte gerückt.
Den Internationalen Kindertag möchte die IGD nutzen, um an die Verantwortung der Erwachsenen für nachhaltiges Wirtschaften, die Eindämmung des Klimawandels, Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane sowie aller Ökosysteme und den Schutz der biologischen Vielfalt zu appellieren. Wir, die Generation der Eltern und Großeltern, sind angehalten, dem achtlosen Umgang mit der Erde und ihren Ressourcen Einhalt zu gebieten, um unseren Kindern und Kindeskindern ein Weiterleben auf diesem Planeten zu ermöglichen. Die IGD hofft, dass die globale Corona-Krise hier wie in vielen anderen Bereichen als Beschleuniger längst überfälliger Entwicklungen wirken könnte.
Am 23. Mai vor 71 Jahren hat der Parlamentarische Rat in Bonn das Grundgesetz verkündet. Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) gratuliert zum diesem wichtigen Jahrestag. Dem Grundgesetz komm in diesen Tagen eine noch zentralere Rolle zu.
Obwohl es anfänglich „nur“ als Provisorium gedacht war und im Auftrag der drei westlichen Besatzungsmächte ausgearbeitet wurde, hat es sich längst als Fundament der deutschen Demokratie bewährt; es stand auch Pate für verfassungsgebende Prozesse in anderen Ländern der Welt. Die IGD hatte im vergangenen Jahr anlässlich des 70. Jahrestages des Grundgesetzes eine dreitägige Fahrradtour in Berlin und Brandenburg durchgeführt, um auf die Bedeutung des Grundgesetzes auch gerade für Zugewanderte und Migrant*innen hinzuweisen. Für nicht wenige Zuwanderer*innen und Migrant*innen ist Deutschland das Ziel ihrer Träume, weil sie in einem Land Leben wollen, in dem sie auf die in der Verfassung garantierten Grund- und Menschenrechte auch Anspruch erheben können, bzw. als verfassungsrechtlich garantierte Rechte des Bürgers gegen den Staat diese ggf. auch einklagen können.
Grundrechte wie die Unantastbarkeit der Würde des Menschen (Art. 1), freie Entfaltung der Persönlichkeit und körperliche Unversehrtheit (Art. 2), die Gleichheit aller Menschen (Art. 3), Glaubensfreiheit (Art 4.) und Meinungsfreiheit (Art. 5) sind Rechte, die auf der einen Seite zwar garantiert sind, sie müssen aber auch immer wieder eingefordert und verteidigt werden.
Dazu kommen dann Dilemmata wie das schon vor 50 Jahren vom Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde formulierte Diktum, dass der freiheitliche, säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebe, die er selbst nicht garantieren könne.
Wenn in diesen Zeiten der Pandemiebekämpfung Grund- und Freiheitsrechte eingeschränkt werden, ist es wichtig, dass die Politik dies empathisch erläutert und begründet. Auch wenn die meisten Menschen dem eingeschlagenen Pfad folgen, muss die Gesellschaft mit der Politik im Dialog bleiben. „Wir sehen mit Besorgnis“, so der Vorsitzende der Iranischen Gemeinde in Deutschland, Ehsan Djafari, „dass legitime Protestkundgebungen in Pandemie-Zeiten, die vom Grundrecht der Meinungsfreiheit Gebrauch machen, auch missbraucht werden“. Nun ist es grundrechtlich jedem selbst überlassen Verschwörungstheorien zu glauben und zu verbreiten, wenn diese Proteste aber von anderen demokratiegefährdenden Strömungen unterwandert werden, muss man genau hinschauen.
Mit dem 5. Mai als Europatag des Europarates und dem 9. Mai als Europatag der Europäischen Union feiert die EU jährlich die europäische Idee und den europäischen Gedanken. Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) gratuliert dazu, fordert jedoch gleichzeitig eine größere Solidarität unter den EU-Staaten in Zeiten der Corona-Krise ein.
Mit dem 5. Mai als Europatag des Europarates und dem 9. Mai als Europatag der Europäischen Union feiert die EU jährlich die europäische Idee und den europäischen Gedanken. Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) gratuliert dazu, fordert jedoch gleichzeitig eine größere Solidarität unter den EU-Staaten in Zeiten der Corona-Krise ein.
Während am 5. Mai der Gründung des Europarates erinnert wird, gedenkt man am 9. Mai jeden Jahres der Schuman-Erklärung. Benannt nach dem französischen Außenminister Robert Schuhmann, dessen grundlegender Plan eine Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion vorsah und am 09. Mai 1950 bekanntgegeben wurde. Damit sollten die bestehenden Produktionsbeschränkungen der deutschen Kohle- und Stahlindustrie aufgehoben werden. Am Ende dieses Prozesses stand die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) ein Jahr später, auf der sich die heutige EU erst entwickeln konnte.
Auch wenn damals ein Eigeninteresse Frankreichs und des Westens am Beginn des Kalten Krieges bestand, stellt dieser Plan so wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg der europäischen Aussöhnung dar. Zudem ist er geprägt von Solidarität und Gemeinsinn. Beides wird aktuell zur Überwindung der Corona-Krise von einigen europäischen Staaten vehement eingefordert. Bilder brennender EU-Flaggen in Italien oder von Bürgermeistern und Landräten, die EU-Flaggen von italienischen Rathausbalkonen einholen und wegsperren, sind irritierend und zeigen, inwiefern die europäische Idee auf dem Prüfstand steht.
„In der Krise beweist sich der Charakter“, so die in diesen Tagen vielzitierte Aussage von Helmut Schmidt. Die IGD hofft, dass sich Länder wie Deutschland, Österreich und die Niederlande noch solidarischer mit den von der Corona-Krise stärker betroffenen Staaten des Mittelmeerraums zeigen und die EU-Idee mit diesen beiden Feiertagen im Mai 2020 symbolisch gestärkter aus der aktuellen Krise hervortreten kann.
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