Seit Freitag, den 27.03.2020, können Selbstständige und Kleinunternehmen sowie sog. Soloselbstständige, die aufgrund der Coronakrise unter Liquiditätsengpässen leiden bei der Berliner Investitionsbank nichtrückzahlbare Zuschüsse beantragen. https://www.ibb.de/de/startseite/startseite.html. Die IGD nimmt an einer Initiative der Berliner Integrationsbeauftragten teil und wir bieten Hilfe bei der Antragsstellung von Anträgen an. Bitte melden Sie sich unter corona_hilfe@iranischegemeinde.de
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Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) erinnert an den Internationalen Frauentag am 08. März 2020, der seit 2019 in Berlin gesetzlicher Feiertag ist.
Auch bekannt als Frauenkampftag geht die Genese zurück auf die Forderungen von sozialistischen Organisationen in Europa vor dem 1. Weltkrieg nach einer Gleichberechtigung und Emanzipation von Arbeiterinnen. Der Weltfrauentag wurde erstmals 1921 gefeiert und blickt damit auf eine fast hundertjährige Tradition zurück. Trotz erheblicher Fortschritte und Erfolge in einigen Ländern kann noch immer nicht von einer Gleichberechtigung der Frau gesprochen werden, wenn selbst in fortschrittlichen Demokratien, Frauen in Spitzenpositionen unterrepräsentiert sind oder weniger Gehalt für gleichwertige Arbeit erhalten. MeToo und die Existenz von Equal Pay Day zeigen die weltweit andauernde Ungleichheit. Daran ändert auch nichts, dass in Deutschland seit 16 Jahren eine Frau das Amt der Bundeskanzlerin ausfüllt und fast eine ganze Generation den Amtssitz nur als Bundeskanzlerinnenamt kennt.
Im Andenken an den Weltfrauentag organisierte die IGD schon am 22.02.2020 in Berlin im Rahmen des Wertedialogs die künstlerische Performance der jungen Laienschauspielgruppe Eshil-Group mit dem Titel „Die blauen Mädchen“. Hiermit erinnerte die Gruppe nicht nur an das Schicksal eines jungen Mädchens im Iran, dass sich vor Jahresfrist selbst aus Protest gegen das Stadionverbot für Frauen bei Fußballspielen öffentlich verbrannte. Farzaneh Kazemi, die Regisseurin des Stücks und gebürtige Kabulerin, macht deutlich; „Wir wollten damit natürlich auf die Unterdrückung der Frau in Afghanistan, Iran und weltweit aufmerksam machen.“
Zahlreiche Proteste iranischer Frauen mit starker Symbolkraft, u. a. das „Blaue Mädchen“ sowie „Die Töchter der Revolutionsstraße“, deuten auf verheerende Situation iranischer Frauen hin. Staatlich verordnete Kleiderordnung, Geschlechtertrennung, benachteiligende Gesetze und Praktiken und institutionalisierte im kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bereich sind einige Aspekte der Unterdrückung der Frauen im Iran.
Wir glauben, dass starke Frauen die Voraussetzung für starke Gesellschaften sind und für Farzaneh Kazemi sind neben der politischen Kultur oder rechtlichen Verboten von Regierungen, insbesondere die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen das größte Hindernis bei der Emanzipierung der Frau. „Schließlich besteht für Frauen in meiner Heimat Afghanistan kein Kopftuchgebot. Trotzdem müssen viele Frauen das Kopftuch auf Geheiß ihrer Männer oder patriarchaler Strukturen tragen“, so Kazemi weiter.
Im Andenken des Weltfrauentages verurteilen wir aber auch die aktuellen Vorkommnisse an der türkisch-griechischen Grenze. Es sind insbesondere Frauen und Kinder, die unter den unmenschlichen Verhältnissen in Flüchtlingslagern auf griechischen Inseln oder durch den Tränengasbeschuss an der Grenze leiden. Diese hässliche Fratze der Unmenschlichkeit sollte nicht das Erste sein, was Geflüchtete auf der Suche nach einer besseren Zukunft in Europa von Europäern zu Gesicht bekommen.
Vor dem eigentlichen Integrationsgipfel der Bundesregierung am heutigen Tag hat Frau Bundeskanzlerin Merkel wegen des Terroranschlags in Hanau zu einem besonderen Treffen mit den Vertreter*innen der Migrantenorganisationen ins Bundeskanzleramt eingeladen. Der Vorstandsvorsitzender der Iranischen Gemeinde in Deutschland, Ehsan Djafari hat auch an diesem Treffen teilgenommen. In seinen Ausführungen auch als Mitglied des Vertreter*innenrates der BKMO (Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen) hat er dediziert zu den Themen Rechtsextremismus, Rassismus und zum Terroranschlag in Hanau Position bezogen und die im offenen Brief an Frau Merkel formulierten Forderungen der BKMO erläutert und bekräftigt. Der Austausch mit Frau Merkel, BM Seehofer und SM Widman-Mauz war insgesamt positiv. Es gibt mittlerweile auch einen wichtigen Zwischenerfolg zu vermelden. Die Bundeskanzlerin hat heute die Vorschläge der MOs aufgegriffen. Die Bundesregierung wird analog zum Klimakabinett einen Kabinettsausschuss gegen Rechtsextremismus einrichten. Es soll bis Ende März eine Konkrete Stellungnahme auf die Forderungen der BKMO, die im offenen Brief an Frau Bundeskanzlerin formuliert wurden, geben.
Drittes Vernetzungstreffen der geförderten Verbände
Das 3. Vernetzungstreffen der vom BAMF in der zweiten Runde der Strukturförderung geförderten Bundesverbände fand in diesem Jahr in der Alten Feuerwache in Berlin statt. Diese Treffen befördern einerseits die vertiefte Vernetzung der hauptamtlichen Geschäftsstellen und der ehrenamtlich engagierten Verbandsvorstände und den Erfahrungsaustausch zu aktuellen verbandsinternen Themen. Dieses Mal fand das Treffen in Form eines Barcamps statt mit folgenden Themen: Projektanträge, Personalakquise, Neuwahlen Vorstand, Nutzung Cloud, Prozessoptimierung Geschäftsstelle, Einarbeitung von neuem Personal, Gremienarbeit der Geschäftsstelle und des Vorstandes und Presseanfragen.
Die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO) hat sich als Vertreter*innenrat der Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen stellvertretend für das Viertel der Bevölkerung mit einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gewendet, um laut und vehement eine gesellschaftliche Debatte über Rassismus und Rechtsextremismus einzufordern.
Bezugnehmend auf rassistischen Anschlag in Hanau brachte die BKMO stellvertretend für das Viertel der Bevölkerung die Sorgen eines großen Teils der Bevölkerung „um seine Unversehrtheit, um seine Zukunft und die seiner Kinder“ zum Ausdruck und verkündete ihre Solidarität mit allen Menschen, die von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere von Rassismus, Antisemitismus und von sozialer Ausgrenzung, betroffen sind.
PRESSEMITTEILUNG: Der Terroranschlag in Hanau und die notwendigen Konsequenzen
Der grausame Anschlag in Hanau reiht sich ein in die brutale Mordserie der Rassisten und Rechtsextremisten in Deutschland. Wir verurteilen auf schärfste dieses schändliche Attentat, betrauern die Ermordeten und fühlen zutiefst mit den Angehörigen.
Der Anschlag in Hanau war ein weiterer Beweis dafür, dass die Gefahr von Rechtsextremismus, Neofaschismus und sonstigen rassistischen und identitären Bewegungen ernsthaft die freiheitlich-demokratische Grundordnung unserer Gesellschaft bedroht. Es zwingt uns deshalb wieder einmal mit Nachdruck und Intensität eine gesellschaftliche Debatte darüber einzufordern, wie wir dem Phänomen (des strukturellen) Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus und einem vergifteten Klima, voller Hass, Hetze und zum Teil entmenschlichter Debattenkultur begegnen wollen. Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag hat sich nachweislich das politische Klima deutlich verschlechtert. Manche politischen Äußerungen, nicht nur von Seiten der AfD-Politiker*innen überschreiten bewusst die Grenzen des Sagbaren und spätestens seit den Ereignissen im Thüringer Landtag ist aus der Sorge vieler Bürger*innen dieses Landes mit Migrationsgeschichte Angst und Beklemmung geworden. Nach den Verhaftungen der Mitglieder der Terrorzelle „Teutonico“ ist mittlerweile nun offenkundig, welche Art von existenziellen Gefahren als Taten aus solchen geplanten Vorhaben hervorgehen können. Teutonico ist mit Sicherheit auch nicht die einzige Terrorzelle, die aus diesem Sumpf der Anhängerschaft von Neonazis, rechten Verschwörungstheoretikern, Rassisten, und Menschenverächtern hervorgekommen sind.
Die Politik insbesondere die Bundesregierung ist nun gefordert. Eine weitere Bagatellisierung und Verharmlosung der rechten Gefahr ist unverantwortlich und inakzeptabel. Es geht letztendlich nicht nur um die Bürger*innen dieses Landes mit Migrationsgeschichte, es geht darüber hinaus auch um den Bestand der freiheitlichen und liberalen Demokratie Deutschlands. Die Lehren und negativen Erfahrungen aus der Zeit der Weimarer Republik waren noch nie so gegenwärtig und greifbar wie jetzt. Dies muss die Zeit des konsequenten Handelns staatlicher Organe sein. Es gibt viele gute und wichtige Ansätze, sowie auch konkrete Forderungen in den veröffentlichten Positions- und Impulspapieren, der Vertreter*innen von Migrantenorganisationen. Diese müssen nun dringend in ihrer Relevanz als mögliche Grundlage für die Politik gegen strukturellen Rassismus und Rechtsextremismus auf Bundes- und Landesebene erachtet werden.
PRESSEMITTEILUNG: Internationaler Tag der Muttersprache
Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) gratuliert zum Internationalen Gedenktag der Muttersprache am 21. Februar 2020.
Die UNESCO hat diesen Tag im Jahr 2000 vor dem Hintergrund ausgerufen, dass annähernd die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht ist. Zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“ soll mit diesem Gedenktag weltweit insbesondere an Minderheitensprachen, die von weniger als 10.000 Menschen gesprochen werden, erinnert werden. Der Gedenktag geht zurück auf Proteste, die am 21.02.1952 in Pakistan Tote forderten, nachdem die Regierung Urdu zur alleinigen Amtssprache erhob, obwohl nur für 3 % der Einwohner Pakistans diese Muttersprache war.
Die IGD verfolgt drei aus dieser historischen Entwicklung resultierende Motivationen:
1. Aus Sicht eines Bundesverbandes von Migrantenorganisationen möchten wir die Bedeutung von Fremdsprachenunterricht und Mehrsprachigkeit als Schlüssel einer besseren Integration und als Beitrag zum besseren Verständnis unterstreichen. 2. Als Menschen, deren Muttersprache Persisch (farsi) ist, wollen wir eine weitere Anerkennung des Persischen in den Lehrplänen deutscher Schulen und für Persisch als Wahlfach wie in Hamburg befördern. 3. Neben farsi wollen wir aber auch die Bedeutung von darī in den Vordergrund heben und nicht zuletzt alle anderen Muttersprachen weltweit stärken. Als Iraner*innen und Iranischstämmige tragen wir die Erfahrungen eines multireligiösen und multiethnischen Vielvölkerstaates in uns und möchten hiermit an die vielen im Iran und der Region gesprochenen Sprachen erinnern.
Die IGD hat Zusammen mit dem BENN-BRITZ Projekt der Senatsverwaltung ein Netzwerktreffen in Neukölln organisiert. BENN Britz gibt es überall dort, wo es große Unterkünfte gibt und versucht die Barrieren zwischen der Nachbarschaft und den Bewohnern der Unterkunft abzubauen. Unser Ziel besteht darin, zusammen mit dem NEZ (Neuköllner Engagement- Zentrum) für unser Projekt „Vitamin P“ neue autarke Strukturen aufzubauen.
Hier können Sie sich mehr über unser „Vitamin P“ Projekt informieren:
Die Evangelische Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf organisiert unter dem Titel „Weltklänge“ Interkulturelle Gottesdienste mit Musik aus den jeweiligen Gastländern und einem Buffet, auf dem Speisen aus den Gastländern präsentiert werden. Am 10.01.2020 war der Iran Gastland und die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) hatte die Möglichkeit den Iran, seine Geschichte, Kultur und Literatur einem sehr interessierten Publikum vorzustellen. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgte der Kniegeigenspieler Farhang Moshtagh, der die mehr als 120 Teilnehmer*innen mit seinen mystischen und wehklagenden Melodien in seinen Bann zog. Die IGD plant weitere Veranstaltungen mit der Kreuzkirche u.a. zum Iran und weiteren Themen in diesem Jahr.
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