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Aufruf zur Teilnahme an der Großdemonstration am 22. Oktober 2022

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Zur Unterstützung der revolutionären Bewegung des iranischen Volkes ruft die „Iranische Gemeinde in Deutschland“ alle Mitglieder, Freund:innen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen in Berlin auf, an der zentralen Demonstration am 22. Oktober 2022 in Berlin teilzunehmen:

Ort: Großer Stern
Zeit: 15 Uhr

Es ist an der Zeit, Solidarität mit den Menschen im Iran, die für ihre Grundrechte kämpfen zu zeigen und mit dem Slogan „Frauen-Leben-Freiheit“ die vereinte Kraft der Iraner:innen innerhalb und außerhalb des Landes gegen das Massaker, die Unterdrückung und Folter von Kindern, Frauen und Benachteiligten an den Tag zu legen.

Aufruf zur Teilnahme an den deutschlandweiten Demonstrationen am 19. November 2022

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Zur Unterstützung der revolutionären Bewegung des iranischen Volkes ruft die „Iranische Gemeinde in Deutschland“ alle Mitglieder, Freund:innen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen in Berlin auf, an den deutschlandweiten Demonstrationen am 19. November 2022 teilzunehmen.

Es ist an der Zeit, Solidarität mit den Menschen im Iran, die für ihre Grundrechte kämpfen zu zeigen und mit dem Slogan „Frauen-Leben-Freiheit“ die vereinte Kraft der Iraner:innen innerhalb und außerhalb des Landes gegen das Massaker, die Unterdrückung und Folter von Kindern, Frauen und Benachteiligten an den Tag zu legen.

PRESSEMITTEILUNG: zur Lage im Iran im Vorfeld des Treffens der Außenminister der EU-Staaten in Luxemburg

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Frau | Leben | Freiheit

زن ـ زندگی ـ آزادی

 

Die Ermordung von Mahsa (Jina) Amini im Gewahrsam der iranischen Sittenpolizei war ein Auslöser für große Proteste in ganz Iran. Seitdem sind wir alle Zeug:innen dieses massiven und mörderischen Vorgehens des iranischen Staats gegen die mutigen und heldenhaften jungen Frauen und Männer, die sich auf Demonstrationen unter Einsatz ihres Lebens für die Rechte der Frauen, für das Leben und die Freiheit einsetzen. Doch auch vor Schulen und Kindern macht die Brutalität der sogenannten Spezialeinheiten der islamischen Regierung nicht halt. Laut Amnesty International sind bis jetzt mindestens 23 Kinder bei den andauernden Protesten in Iran durch Sicherheitskräfte getötet worden. Beim Großbrand im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran vor zwei Tagen sind laut der widersprüchlichen und nicht verifizierbaren Angaben der iranischen Justiz bislang vier Häftlinge getötet und mehr als 61 verletzt worden. Wir befürchten jedoch eine viel größere Zahl an Opfern, denn viele Schüsse wurden abgefeuert, während Evin brannte. In diesem Gefängnis sind politische Gefangene inhaftiert – auch Teilnehmer:innen der jüngsten Proteste und viele Doppelstaatler:innen.

Die Bilder, die wir in den sozialen Medien sehen, zeigen nur ein Bruchteil dessen, was in Iran tatsächlich passiert. Dass das Internet abgestellt wurde, ist für die Menschen fatal: Sie können nicht mehr miteinander kommunizieren und sich organisieren, um sich so gegen die Brutalität des iranischen Sicherheitsapparats zu schützen. Dadurch ist es seit vielen Tagen ebenfalls nicht möglich, verifizierbare Informationen aus Iran zu senden, um der Welt mitzuteilen, wie bedrohlich die Lage vor Ort ist. Nachdem das Internet bei den Protesten im Jahr 2019 abgestellt wurde, wurden mehr als 1.500 Demonstrierende zum Teil Jugendliche und Kinder von der Polizei, den Revolutionsgardisten und Milizen der Regierung auf den Straßen regelrecht hingerichtet. Auch jetzt erreichen uns täglich Nachrichten von der Tötung, Verletzung und Misshandlung der protestierenden Menschen und der Vergewaltigung junger Frauen im Gewahrsam der barbarischen und erbarmungslosen Sicherheitskräfte des Regimes.

Doch auch die iranische Diaspora in der EU und auch hier in Deutschland ist vor den Verbrechern des Regimes nicht sicher. Auf vielen Solidaritätsdemonstrationen und Kundgebungen kommt es immer wieder vor, dass Spitzel des Regimes uns gezielt nachspionieren und die Teilnehmer*innen der Demonstrationen fotografieren. Somit sind Iraner:innen stets in Gefahr.

Wir fordern von der EU und insbesondere der Bundesregierung:

  1. Sofortige Beendigung der Appeasement-Politik gegenüber der iranischen Regierung
  2. Sofortiger Stopp der Atomgespräche mit Iran
  3. Einfrieren der Konten der Verbrecher des Regimes und deren Angehörigen in der EU
  4. Ein sofortiger Abschiebestopp nach Iran
  5. Konsequente Sanktionierung aller Angehörigen der iranischen Regierung
  6. Überwachung und rechtliche Verfolgung der hier im Auftrag des Regimes agierenden Agenten und religiösen Institutionen – u.a. Schließung des Islamischen Zentrums in Hamburg
  7. Eine unabhängige und schnelle Untersuchung des Brands im Evin-Gefängnis und der Situation der dortigen Gefangenen durch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK)

Der mutige Kampf der Iraner:innen für Freiheit, Würde, Gerechtigkeit und eine künftige demokratische Grundordnung in Iran braucht jetzt Ihre Unterstützung. Zeigen Sie, dass Sie sich weiterhin den Grundwerten der EU, welche in Art. 2 des Vertrages über die Europäische Union verankert sind, verpflichtet fühlen.

 

Über die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.

Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) ist ein bundesweit agierender Dachverband der iranischen und Iran-stämmigen Community, der im Jahr 2010 in Berlin gegründet wurde. Die IGD setzt sich satzungsgemäß u. a. für die Stärkung der Interessen von in Deutschland lebenden Menschen iranischer Herkunft und deren stärkere Integration sowie Partizipation ein. Der Verein ist unabhängig, überparteilich, überkonfessionell und an säkularen Werten orientiert.

PRESSEMITTEILUNG: Wir verurteilen den Mord an Mahsa Amini

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Die Ermordung von Mahsa Amini durch die Ershad-Patrouille (Sittenpolizei) in der Regierungshaft hat nationale und internationale Trauer und Empörung hervorgerufen. Wie soziale Netzwerke belegen, sind auch die in Deutschland lebenden Iraner:innen von diesem Verbrechen schwer betroffen.

Die junge Mahsa wurde wie unzählige andere Jugendliche im Iran Opfer von Ignoranz, Unterdrückung und Verletzung der fundamentalen Grund- und Menschenrechte.

Wir verurteilen dieses große Verbrechen, die offene Gewalt der Regierenden im Iran gegen Frauen und die Verletzung ihrer Rechte, und fordern zusammen mit  überwältigender Mehrheit der Iraner:innen innerhalb und außerhalb des Irans die Abschaffung des Kopftuchpflichts (obligatorischen Hidschabs), die Auflösung der Ershad-Patrouille (Sittenpolizei) und juristische Verfolgung von Personen mit direkter und indirekter Beteiligung an der Verletzung und Tötung bisher zahlreicher iranischer Frauen.

Wir sprechen der Familie von Mahsa Amini und dem iranischen Volk unser Beileid und unser tiefstes Mitgefühl aus.

In der Hoffnung auf den Tag, an dem solch traurige Nachrichten aus dem Iran, dem Land von Tahmineh und Gord-Afarid (Helden aus der altiranischen Mythologie), wo einst die Ehrung der Frauen besondere Aufmerksamkeit zugeteilt wurde, aufhören und das Motto von „Frau, Leben und Freiheit“ verwirklicht wird.

Vorstand der Iranischen Gemeinde in Deutschland

Berliner Gedenktafel für Bozorg Alavi

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Am 03. August 2022 wurde eines der wichtigsten Vorhaben der Iranischen Gemeinde Deutschland (IGD) und Wünsche vieler Liebhaber:innen der Kultur- und Literatur-, zur Wirklichkeit: An der Wand des Wohnhauses von Bozorg Alavi, worin der Schriftsteller seine letzten Lebensjahre verbrachte, wurde diesem zu Ehren eine Erinnerungstafel angebracht.

Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat hierzu eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlicht, welche Sie unter folgendem Link lesen können:

https://www.berlin.de/sen/kulteu/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1232508.php?fbclid=IwAR3Zymvhz8g54u1BdIcOP58GcsXPnwAsRQSxlSVuFaeyvL8N_5qxuRHxbso

„Der Weg zu dieser Tafel war etwas steinig und hat einige Zeit gebraucht“, sagte Dr. Thorsten Wöhlert, Staatssekretär für Kultur und Europa des Berliner Senats, in seiner Laudatio auf der Einweihungsveranstaltung an diesem Tag.

Dieser Weg bis zur Enthüllung der Gedenktafel war tatsächlich nicht so leicht.

Seit Beginn der Gründung einer eigenen Arbeitsgruppe bei der IGD für das Ziel der Entstehung einer Gedenktafel für Bozorg Alavi bis zur endgültigen Enthüllung der Gedenktafel sind ganze 7 Jahre an Zeit verstrichen worden. Der Vorstand der IGD hat im Jahre 2013 aufgrund des Vorschlags von Dr. Haussig, einer der sich der iranischen Kultur verschrieben hat, mit der Arbeit zur hierfür notwendigen Sammlung von Dokumenten zur Beantragung der Anerkennung des Grabmals von Bozorg Alavi als Ehrengrab, begonnen. Mit der Gründung einer Arbeitsgruppe wurde diese Arbeit im Jahre 2015 intensiviert.

Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe beinhalteten unter anderem:

  • Die Sammlung und das Zusammentragen von unzähligen Dokumenten für die Errichtung einer Grabstätte für Bozorg Alavi und die Beantragung von Anerkennung der Grabstätte als Ehrengrab (mit Unterstützung von Iranistik-Fakultäten in Deutschland, Verband der iranischen Schriftsteller*innen im Exil, und namhafte Persönlichkeiten aus der Kultur und Wissenschaft
  • Die Übertragung sämtlicher Rechte der Ruhestätte von Bozorg Alavi auf die IGD; somit ist der IGD gelungen, zu verhindern, dass laut dem Grabnutzungsrecht in Berlin die Grabstätte von Bozorg Alavi nach 20 Jahren abgeräumt wird. Die IGD hat die Kosten für die Gebühren und Pflege der Ruhestätte für die kommenden 20 Jahre übernommen.
  • Antragstellung zur Anerkennung der Grabstätte von Bozorg Alavi als Ehrengrab
  • Antrag zur Anbringung einer Gedenktafel für Bozorg Alavi an seinem letzten Wohnort in Berlin

 

Trotz aller Anstrengungen und Bemühungen, war die Stadt Berlin damit nicht einverstanden, die Grabstätte von Bozorg Alavi als Ehrengrab anzuerkennen so laut der offiziellen Begründung; sein Engagement für die Stadt Berlin war nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Glücklicherweise war jedoch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa mit der Anbringung einer Gedenktafel am letzten Wohnort von Bozorg Alavi einverstanden, als dann jedoch mitten in den Vorbereitungsphase sich die Vertreter der Eigentümergesellschaft des betreffenden Gebäudes meldeten und Ihr Bedenken äußerten.  Aus diesem Grund hat die Senatsverwaltung für Kultur und Europa beschlossen, diesen Akt auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dr. Wöhlert hat sich jedoch bereiterklärt, zur Umstimmung der Eigentümergesellschaft persönlich zu engagieren.

Bei einer gemeinsamen Sitzung im Jahre 2019 mit dem Staatssekretär, Dr. Wöhlert, an dem der Vorstandsvorsitzender, Ehsan Djafari und der damalige Geschäftsführer der IGD, Dirk Tröndle, teilnahmen, wurde erneut die Notwendigkeit einer konzertierten Anstrengung, um die Einverständniserklärung der Eigentümergesellschaft zu bekommen, bekräftigt.

Ende 2020 kam vor allem durch tatkräftige Unterstützung von Dr. Wöhlert diese Einverständniserklärung der Eigentümergemeinschaft zustande, die öffentliche Veranstaltung zur Enthüllung der Gedenktafel wurde jedoch aufgrund der Pandemischen Entwicklung erneut verschoben.

Am 01.  Juni 2022 hat sich Koordinierungsstelle Historische Stadtmarkierungen des Senats Berlins bei der IGD gemeldet und in einer gemeinsamen Arbeit die Organisation dieser feierlichen Veranstaltung geplant und vorbereitet.

Am 03. August 2022 hat die Enthüllung der Gedenktafel auf der Frankfurter Straße mit Teilnahme einiger Freund:innen, Wegbegleiter und Bekannten von Bozorg Alavi, Sowie Kulturliebhaber:innen und Vertreter des Bezirks Mitte stattgefunden.

Die Veranstaltung wurde mit einer Rede von Dr. Wöhlert begonnen.

Er hat u.a. betont: „Als ich an der Humboldt-Universität am Institut für Asienwissenschaften in den 1980er Jahren studierte, war Prof. Bozorg Alavi eine Instanz. Es ist mir wichtig, dass dieser bedeutende Berliner, Iraner und Kosmopolit – der als Wissenschaftler, Schriftsteller und Kulturvermittler bis zu seinem Lebensende weltweit unterwegs war – in das öffentliche Gedächtnis dieser Stadt zurückgeholt und sichtbar gewürdigt wird.“

Anschließend wurden einige traditionelle iranische Musik-Stücke von Frau Mahin Khodayari auf Tanbur gespielt.

Im weiteren Verlauf hat der Vorstandssprecher der IGD, Ehsan Djafari, bei seiner Rede auf die kulturelle und -literarische Verdienste von Bozorg Alavi für die deutsche Gesellschaft hingewiesen.

Am Ende haben Dr. Wöhlert und Ehsan Djafari gemeinsam die Gedenktafel enthüllt.

Die IGD wird als nächstes das Thema Anerkennung der Grabstätte von Bozorg Alavi als Ehrengrab angehen.

Darüber hinaus wird die IGD versuchen, die iranischen bzw. iranischstämmigen Künstler:innen,- und Kulturschaffenden und Wissenschaftler:innen in Deutschland zu ihren Lebzeiten in der Öffentlichkeit als Brückenbauer:innen zwischen zwei Kulturen vorzustellen. Hierzu hat die IGD bereits einiges geplant und vorbereitet. Wir werden Sie zu gegebenem Zeitpunkt darüber informieren.

3. Oktober: Tag der Deutschen Einheit

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Heute ist der Tag der Deutschen Einheit. Zu diesem freudigen Anlass der deutschen Geschichte möchten wir gratulieren.
Über vier Jahrzehnte waren Berlin, Deutschland und Europa geteilt. 32 Jahre nach dem umfänglichen „Aufbau Ost“ gilt es weiter an den Gemeinsamkeiten, statt den Differenzen zu arbeiten, um Ausgrenzung und Vorurteile zu mindern. Gerade als Migrantenorganisation streben wir eine Gesellschaft an, die frei von Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung ist.

PRESSEMITTEILUNG: Nein zum Krieg, Ja zum Frieden

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Aufruf der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V.

Nein zum Krieg, Ja zum Frieden

Die Menschen sehen sich erneut mit der großen Katastrophe eines blutigen, zerstörerischen und gefährlichen Krieges konfrontiert. Es geschieht leider nicht zum ersten Mal, dass ein Staat ein anderes souveränes Land gegen geltendes internationales Recht angreift und dabei Tod, Leid und Elend über die Menschen bringt. Am 24. Februar dieses Jahres wurde mit der illegalen Invasion des Territoriums des unabhängigen Staates Ukraine durch die Armee der Russischen Föderation ein schmerzlicher Schlussstrich unter den Frieden und die friedliche Koexistenz in Europa gezogen. Dieser Krieg hat bisher unzählige Opfer gefordert und 10 Millionen Menschen vertrieben.

Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. hofft gemeinsam mit vielen internationalen Menschenrechts- und Friedensorganisationen inständig, dass diese Aggression und sinnlose Zerstörung in der Ukraine, der unerträgliche Schmerz und die Vernichtung der Existenzen von Millionen von Menschen so schnell wie möglich ein Ende findet.

Alle Staaten sind ausnahmslos verpflichtet, die in der Charta der Vereinten Nationen, des Europarates und der europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Werte und Grundsätze sowie das Völkerrecht zu achten und zu respektieren. In der gegenwärtig traurigen und schmerzhaften Situation ist die Achtung der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte von besonderer und grundlegender Bedeutung und deren Einhaltung sollte gleichsam für alle betroffenen Menschen gelten, unabhängig von Hautfarbe und Staatsangehörigkeit. Aus diesem Grund verurteilen wir entschieden jede Form von Diskriminierung und jede Art von Rassismus im Umgang mit nicht-ukrainischen Geflüchteten, die in europäischen Ländern Zuflucht suchen, um dem Krieg zu entkommen und ihr Leben zu retten. Gleichzeitig möchten wir davor warnen, die russischstämmigen und russischsprachigen Menschen in Deutschland für diesen Angriffskrieg pauschal mitverantwortlich zu machen und sie rassistisch und diskriminierend zu behandeln.

Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. setzt sich in ihren Projekten und gemeinsam mit anderen Migrant*innenorganisationen aktiv für ukrainische Geflüchtete sowie iranischen Staatsbürger*innen ein, die in der Ukraine studiert oder gearbeitet haben.

Wir rufen alle iranstämmigen Menschen und Iraner*innen in Deutschland auf, alles zu tun, um den Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, zu helfen – ganz im Sinne des poetischen Meisterwerks Golestan (Rosengarten), in dem der berühmte persische Dichter Saadi bereits im 13. Jahrhundert die Solidarität der Menschen über alle Grenzen hinweg beschworen hat:

Als Adams Nachfahr’n sind wir eines Stammes Glieder

Der Mensch schlägt in der Schöpfung als Juwel sich nieder

Falls Macht des Schicksals ein Organ zum Leiden führt,

Sind alle Andern von dem Leid nicht unberührt

Wenn niemals Du in Sorge um den andern brennst,

Verdienst du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst

 

Vorstand der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V.

PRESSEMITTEILUNG: Abschied von Sayeh

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Anlässlich des Todes von Houshang Ebtehaj

Houshang Ebtehaj (H.E. Sayeh), ein großer Dichter, Lyriker, unvergleichlicher Librettist ­und Gründungsmitglied des ersten Iranischen Schriftstellerverbandes, ist im Alter von 95 Jahren in Köln von uns gegangen. Einer der immer um seine Heimat und deren Menschen besorgt war, schreibt noch während der anfänglichen Revolutionstage im Dezember 1979 im Iran in einem schönen Gedicht namens „Freiheit“:

Freiheit!

Du kommst vom blutigen Wege,

jedoch

während du näherkommst

zittere ich innerlich:

Welch ein Geheimnis verbirgst du in deiner Hand?

Was hat sich um deine Beine umschlungen?

 

Oh, Freiheit

Kommst du mit Ketten?

Das Leben zeigte, wie dieses begonnene Gefühl der Sorge und Angst um die Zukunft des Landes und der Menschen, deren Schmerz, Trauer und Freude er so wie ein Spiegel immer wieder in Form schönster und einfacher lyrischen Wortgebilde reflektiert und darstellte, der bitteren Wahrheit entsprach.

Sayeh ein begnadeter, wahrhaftiger und realistischer Dichter ausgestattet mit den feinen, schönen und kreativen Fähigkeiten setzte in seiner Arbeit die künstlerische Tradition fort und bewahrte das Vermächtnis der literarischen und Dichterkunst einiger Berühmtheiten Irans wie Khayyam, Ferdowsi, Molavi, Hafez und Saadi. Er war einer der angesehenen Schüler von Nima Yoshij, dem Vater der neuen und modernen Form der persischen Poesie.

Er leitete von 1972 bis 1978 als Programmdirektor der besonders wichtigen Musik-Sendung „Golha“ im Radio und gründete in dieser Zeit auch das „Anthologie-Musikprogramm der Woche“, wo er eine einflussreiche und aktive Rolle auf dem Gebiet der iranischen Musik gespielt hat.

Eine große Anzahl von mehreren Generationen von Iraner*innern lebten mit seiner Dichterkunst und waren mit seiner Poesie vertraut und es werden gewiss weitere Generationen von den Liebhabern der persischen Poesie nachkommen, welche die schöpferische Kraft und die Schönheit seiner Dichterkunst schätzen und lieben werden.

Mit dem Tod von Sayeh, dem feinfühlig realistischen und rationellen Dichter verlor ­der Iran einen der höchsten Vertreter zeitgenössischer persischen Poesie, der Jahrzehnte lang seine Zeit im Bereich Dichterkunst überstrahlte.

Die iranische Gemeinde in Deutschland spricht der Familie von Houschang Ebtehaj, den Freunden und allen iranischen Kulturliebhabern ihr aufrichtiges Beileid aus.

Du lebst in mir, ich in dir, wir werden niemals sterben

Du und ich mit Tausenden von anderen.

Diesen Weg gehen wir.

Der Sieg wird unser sein

Und der Morgen mit all den Freuden und des Glückes

 

Möge sein Andenken stets in Ehren bewahrt werden

Vorstand der Iranischen Gemeinde in Deutschland

BAMgA Image-Film

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BAMgA ist die Bundesallianz der MOs gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Die Iranische Gemeinde in Deutschland ist eines der Gründungsmitglieder dieser Allianz. Die BAMgA wird durch das BAMF gefördert.

1. Mai Tag der Arbeit

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Dieses Jahr steht der 1. Mai im Zeichen des Krieges in der Ukraine und weiterhin der Pandemie. Die Lohnabhängigen haben mit erhöhten Lebensmittel- und Energiepreisen, Massenentlassungen, Union Busting, und hohen Mieten zu kämpfen. Menschen, die in den prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt sind und ein geringes Einkommen beziehen, können kaum von ihrem Gehalt leben und sind auf Aufstockung bei der Grundsicherung angewiesen. Fast jede:r Fünfte ist laut Umfragen im Niedriglohnsektor beschäftigt. Insbesondere sind Menschen mit Migrationsbiografien davon betroffen und werden auch oft als Leiharbeiter:innen oder über Werkverträge zu Dumpinglöhnen beschäftigt.

Auch die iranische Community leidet unter diesen Umständen.

Die Schere zwischen arm und reich klafft weiter auseinander. Während die geplanten höheren Militärausgaben und ihre Folgen die Wirtschaft und die Mehrheit der Haushalte stark belasten und dadurch viele Menschen von Armut bedroht sind, gibt es Krisengewinner, die sich in dieser Situation zum Teil weiterhin unermesslich bereichern werden.

Es ist jetzt an der Zeit, nochmals die Frage aufzuwerfen, wie wir unsere Gesellschaft bei all diesen Herausforderungen gerechter, nachhaltiger und solidarischer entwickeln und gestalten wollen. Denn eins ist sicher, die massiven Kosten der notwendigen und unaufschiebbaren Transformationsprozesse wie Klimaschutz, Digitalisierung und Gestaltung der Migrationsgesellschaft können nicht allein von den arbeitenden Menschen und deren Kindern in der Zukunft getragen werden. Wir brauchen mehr Solidarität, Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Es geht um nichts weniger als die Erhaltung und Weiterentwicklung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.