Pressemitteilung der Iranischen Gemeinde in Deutschland e. V. (IGD)
Berlin, 09.09.2026
Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt: Rechtsruck bedroht uns alle – Demokratie und Zusammenhalt verteidigen!
Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist ein unüberhörbares Warnsignal für ganz Deutschland. Das starke Abschneiden der AfD gefährdet das Vertrauen vieler Menschen in ihre Sicherheit und gleichberechtigte Zugehörigkeit. Die Iranische Gemeinde in Deutschland e. V. (IGD) warnt: Der gesellschaftliche Zusammenhalt steht unter einem Druck, wie ihn die Bundesrepublik seit Jahrzehnten kaum erlebt hat.
Wo Ausgrenzung zur politischen Normalität wird, geraten die Grundlagen unseres Zusammenlebens ins Wanken. Wenn Menschen wegen ihrer Herkunft oder zugeschriebenen Identität zu Sündenböcken erklärt werden, betrifft das die gesamte Gesellschaft. Menschenwürde, Gleichberechtigung und demokratische Rechte verlieren ihren Schutz, sobald sie nur noch für einen Teil der Bevölkerung gelten sollen.
Für Menschen mit Migrationsgeschichte ist diese Entwicklung keine abstrakte politische Debatte, sondern betrifft ihren Alltag unmittelbar: Es geht um die Frage, ob sie und ihre Kinder in diesem Land sicher leben, gleichberechtigt mitentscheiden und auf staatlichen Schutz vertrauen können. Ihre Zugehörigkeit steht nicht zur Abstimmung. Ihre Rechte sind keine Verhandlungsmasse.
Viele Menschen in der iranischen Community wissen aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, wenn autoritäre Kräfte Freiheitsrechte angreifen, Feindbilder schüren und die Zivilgesellschaft unter Druck setzen. Diese Erfahrungen mahnen dazu, demokratische Errungenschaften niemals für selbstverständlich zu halten. Demokratie wird auch dort geschwächt, wo Grenzüberschreitungen verharmlost und menschenfeindliche Positionen schrittweise akzeptiert werden.
Die IGD fordert von den demokratischen Parteien:
- Eine verbindliche Abgrenzung zur AfD – keine Koalition, keine Tolerierung und keine gezielte Mehrheitsbildung mit ihr.
- Klare Haltung gegen Rassismus und Ausgrenzung – wer migrationsfeindliche Deutungen übernimmt, verschärft die gesellschaftliche Spaltung.
- Wirksamen Schutz für bedrohte Menschen und Einrichtungen – Migrant*innenorganisationen, Beratungsstellen und demokratische Initiativen brauchen Sicherheit und verlässliche Finanzierung.
- Eine Politik, die Vertrauen schafft – bezahlbares Wohnen, gute Bildung, soziale Sicherheit und eine funktionierende öffentliche Verwaltung müssen Priorität haben. Die Schuldzuweisung an Minderheiten löst keines dieser Probleme.
Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt – in Parlamenten, Behörden, Schulen, Unternehmen und Vereinen. Solidarität muss im Alltag spürbar sein, gerade für diejenigen, die sich zunehmend bedroht fühlen.
Wer Ausgrenzung normalisiert, gefährdet die Freiheit aller. Wer Demokratie verteidigen will, muss Menschen schützen und Zusammenhalt stärken – jetzt.
Über die IGD
Die Iranische Gemeinde in Deutschland e. V. (IGD) setzt sich für demokratische Teilhabe, gleichberechtigte Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Mit ihrer Arbeit schafft sie Räume für Beratung, Begegnung und zivilgesellschaftliches Engagement.









