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Aufruf zur Teilnahme an der Demo am 20.02.2023 in Brüssel

By Allgemein, Archiv

Zur Unterstützung der revolutionären Bewegung des iranischen Volkes ruft die „Iranische Gemeinde in Deutschland“ alle Mitglieder, Freund:innen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen auf, an der Demonstration am 20. Februar 2023 in Brüssel teilzunehmen.

Wir fordern mit dieser Demo die EU dazu auf, die „Revolutionsgarde“ (IRGC), die zuständig für Massaker, Unterdrückung und Folter von Kindern und Jugendlichen im Iran ist, auf die Terrorliste zu setzen und dadurch den Unterdrückungsapparat des Kindermörder-Regimes im Iran zu schwächen.

Families for Democracy – Demokratie mit starken Familien

By Abgeschlossene Projekte, Projekte No Comments

Die Fortsetzung des Pilotprojektes Families for Democracy legt den Fokus auf die Bereiche Adultismus (Machtdynamiken zwischen Erwachsenen und Kindern bzw. Jugendlichen) und Mobbing.

Mobbing und Machtmissbrauch sind Erlebnisse, die Kinder und Jugendliche häufig in pädagogischen Einrichtungen machen. Vor allem zugewanderten Eltern wird es durch mangelnde Information über Rechts- und Schulsystem erschwert, ihre Kinder in Konfliktsituationen in Schule und Alltag zu unterstützen. Dies führt zu einer immensen Belastung der Kinder, sowie dem Gefühl des Alleingelassenseins und der Diskriminierung. Um diese Lücke an Hilfsangeboten und Information zu füllen, werden Workshops für zugewanderte Familien stattfinden, in denen es um Möglichkeiten im Umgang mit diesen Herausforderungen geht. Der monatlich stattfindende Gesprächsraum für Eltern von Mobbing betroffenen Kindern, bietet alteingesessenen sowie zugewanderten Familien einen Raum der gegenseitigen Unterstützung und Information.

Da es sich bei Diskriminierung durch ungleiche Machtverhältnisse und Mobbing um strukturelle Fragen im Erziehung- und Bildungssystem handelt, ist es unerlässlich auch pädagogisches Personal in diesen Bereichen fortzubilden. Umgang mit Mobbingproblematiken und die Sensibilisierung auf die eigene Machtposition sind lediglich Randthemen in der Ausbildung von pädagogischem Personal und Lehrkräften. Um dieses Defizit auszugleichen, wollen wir Fortbildungen für Erzieher:innen, Lehrer:innen und Menschen in Pädagogischen Berufen anbieten.

Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie auf Instagram @famdemocracy sowie auf Facebook: https://www.facebook.com/

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Fördermittelgeber & Partner

Ansprechpartnerin

 

Elisabeth Zantow, Projektleiterin

 

Elisabeth Zantow hat auf Lehramt (Spanisch und Lebensgestaltung Ethik und Religionskunde) studiert und ein Zertifikat in interdisziplinären Geschlechterstudien an der Uni Potsdam absolviert. 2019  machte sie ein dreimonatiges Praktikum in einem Argentinischen Kinderheim. Durch ihre Erfahrungen im schulischen und außerschulischen pädagogischen Bereich ist ihr aufgefallen, wie groß das Machtgefälle zwischen Jung und Alt ist, wie schnell Stereotype an Kinder übertragen werden und wie wenig Fortbildung im Umgang mit Mobbing- und Diskriminierungsproblematiken angeboten wird. Ihr liegt es deswegen am Herzen, durch das Projekt Eltern, Bezugspersonen und Menschen aus pädagogischen Berufen zu informieren und zu sensibilisieren.

Tel.: 030 755 487 27

E-Mail: elisabeth.zantow@iranischegemeinde.de

PRESSEMITTEILUNG: Zur Unterstützung der revolutionären Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ im Iran

By Allgemein, Presse & Mitteilungen, Pressemitteilungen

Drei Monate nach Beginn der Revolutionären Bewegung des iranischen Volkes wurden mehr als 500 wehrlose Demonstranten von der menschenfeindlichen islamischen Republik (IR) ermordet und mehr als 18.000 Menschen in Gefängnissen inhaftiert. Es gibt beunruhigende Nachrichten über Todesurteile in Schauprozessen gegen eine große Zahl junger Menschen. Bisher wurden #Mohsen_Shekari und #MajidReza_Rahnavard, zwei tapfere und junge Männer des Widerstandes unter falschen Anschuldigungen hingerichtet.

Um diese schrecklichen Verbrechen zu verurteilen und die Fortsetzung der Hinrichtungen zu verhindern, beteiligen sich viele Iraner:innen und Iranischstämmige im In- und Ausland einhellig an Protesten und politische Aktivitäten. Inzwischen hat die Stimme der revolutionären Bewegung Irans durch lautstarke Proteste auch die Öffentlichkeit in der Diaspora erreicht und sie auf die politische Agenda vielen Ländern gehoben. So bekunden eine beachtliche Zahl von Persönlichkeiten aus der Kultur, Medien und Politik und auch von der Zivilgesellschaft ihre Solidarität mit den Protestierenden in Iran. Die Übernahme von politischen Patenschaften der politischen Gefangenen, einschließlich der zum Tode Verurteilten durch mehrere Bundestagsabgeordnete ist eine sehr bedeutsame Maßnahme. Denn durch die Aufmerksamkeit der politischen Prominenz in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern wird durch diese starke Aktion den jungen Protestierenden und der „Frau-Leben-Freiheit-Bewegung“ in Iran eine große Unterstützung zuteil, deren Reichweite, Sichtbarkeit und Bedeutung weltweit ausgebaut werden muss.

Der Ausschluss der Islamischen Republik aus der UN-Frauenrechtskommission, die Bildung eines unabhängigen Untersuchungsausschusses durch den UN-Menschenrechtsrat und die Verurteilung der repressiven Unterdrückung des iranischen Volkes durch 80 Länder in der UN-Generalversammlung sowie die Einrichtung von Institutionen zur Sammlung und Dokumentation von Verbrechen, die bisher von zahlreichen Schlägertruppen unter Führung des Revolutionsgarde (IRGC) begangen wurden, sind positive Maßnahmen der Vereinten Nationen zur Verteidigung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Iran. Mit diesen Maßnahmen wurde eine klare Position eingenommen, in der dem iranischen Regime deutlich signalisiert wird, dass es nicht länger wehrlose Menschen den massiven Repressalien aussetzen, sie massakrieren und ihre grundlegenden Menschenrechte, wie schon bereits in den 1980er oder November 2019 geschehen, unter dem Schweigen der Weltöffentlichkeit verletzen kann.

Wir glauben, die wirkungsvollste Maßnahme in der Diaspora zum Schutz des Lebens der politischen Gefangenen im Iran es ist, die Flamme der Solidaritätsproteste weiter zu entfachen und auf die Beschwichtigungspolitik der Islamischen Republik, die Frauen-, Kinder- und Menschenrechte gewaltvoll missachtet weiterhin aufmerksam zu machen.

Daher ist es unerlässlich, dass in Deutschland und anderen Ländern:

  1. Gruppen, Institutionen und Organisationen, die die Demonstrationen organisieren, zusammenarbeiten und sich besser koordinieren
  2. Demonstrationen und Autokorsos zahlreich und gleichzeitig in verschiedenen Städten organisiert werden
  3. Produkte von Unternehmen, die mit dem Regime verbunden sind, sanktioniert werden
  4. Botschaftsinstitutionen, die unter dem Deckmantel der „Kultur“ spionieren, entlarvt und durch Demonstrationen und Sitzblockade in ihrer Arbeit beschränkt werden
  5. Unternehmer, Geschäftsleute, Einrichtungen und Lobbyisten, die mit der Botschaft oder Regierungsstellen der Islamischen Republik zusammenarbeiten, Identifiziert und entlarvt werden
  6. Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen, Gewerkschaften und Wirtschafts- sowie Sportverbände für den Freiheits- und Befreiungskampf des iranischen Volkes gewonnen werden. Diese Unterstützung wird zweifellos eine wichtige und tragende Rolle zur mehr Sichtbarkeit und Solidarität mit der revolutionären Bewegung in Iran spielen.

Wir bitten um Ergänzung dieser Maßnahmen und hoffen, dass es zu einer bereiten Zusammenarbeit kommen wird.

In dieser herausfordernden und kritischen Epoche der iranischen Geschichte wird es entscheidend sein, gemeinsam, konsequent und mit vereinten Kräften zu handeln.

 

Iranische Gemeinde in Deutschland

 

Über die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.

Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) ist ein bundesweit agierender Dachverband der iranischen und Iran-stämmigen Community, der im Jahr 2010 in Berlin gegründet wurde. Die IGD setzt sich satzungsgemäß u. a. für die Stärkung der Interessen von in Deutschland lebenden Menschen iranischer Herkunft und deren stärkere Integration sowie Partizipation ein. Der Verein ist unabhängig, überparteilich, überkonfessionell und an säkularen Werten orientiert.

Aufruf zur Teilnahme an den deutschlandweiten Demos am 08. Januar 2023

By Allgemein, Archiv
Aufruf zur Demo anlässlich des 3. Jahrestags vom Abschuss des Passagierflugzeugs im Iran!
Wir unterstützen voll und ganz diesen weltweiten Aufruf und bitten unsere Mitglieder und Partnerorganisationen zur aktiven Teilnahme in der jeweiligen Stadt.
Geplant sind folgende Demos in Deutschland: Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Göttingen, Köln, Karlsruhe, Jena, Marburg, München, Nürnberg, Rostock, Stuttgart.
Die genaue Uhrzeit und dem Ort entnehmen Sie bitte aus dem jeweiligen Poster.
Bitte motiviert auch Ihre Freund:innen zur Teilnahme an der Demo.
Unsere Gerechtigkeitsbewegung wird siegen!
Hintergrundinfo:
Vor 3 Jahren hatte die Revolutionsgarde absichtlich das Passagierflugzeug PS752 abgeschossen. 176 Menschen sind dabei umgekommen. Zuerst haben die Mullahs versucht, den Abschuss zu leugnen. Später haben sie zugegeben, dass die Revolutionsgarde „versehentlich“ das Flugzeug abgeschossen hat!
Mehr Hintergrundinformationen sind unter folgendem Link verfügbar:

PRESSEMITTEILUNG: zur Hinrichtung von Mohsen Shekari

By Allgemein, Presse & Mitteilungen, Pressemitteilungen

Die Nachricht war kurz, er wurde wie Navid hingerichtet…

Mit großer Trauer und Wut haben wir die Nachricht erhalten, dass die Islamische Regierung Irans #Mohsen_Shekari, einen 23-jährigen jungen Mann hingerichtet hatte, der zum Tode verurteilt worden war, weil er bei Protesten Straßensperren errichtet hatte.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen erlaubte das Gericht #Mohsen_Shekari nicht, einen Anwalt seiner Wahl zu nehmen, und zwang ihn im Gefängnis unter Folter zu falschen Geständnissen.

Zwei Tage vor der Hinrichtung hatte der Oberste Führer des Islamischen Regimes, Ali Khamenei die Ermordung derjenigen angeordnet, die Straßensperren errichteten. So hat das Justizsystem der Islamischen Republik einmal mehr seine mangelnde Unabhängigkeit und Inkompetenz bewiesen und gezeigt, dass es einzig als Instrument zur Unterdrückung und massiven Verletzung der Menschenrechte fungiert.

Wir verurteilen diesen kriminellen Akt gegen die Menschlichkeit aufs Schärfste und rufen die internationale Gemeinschaft und die internationale Öffentlichkeit auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Unterdrückungsapparat des islamischen Regimes zu stoppen.

Wir glauben, dass die internationale Gemeinschaft, einschließlich der deutschen Regierung, den notwendigen Hebel besitzt, gezielt auf das totalitäre Regime Druck auszuüben, in dem aller Angehörigen und Verbündeten hochrangiger Regierungsmitglieder konsequent zu sanktionieren.

Schweigen und Beschwichtigungspolitik angesichts dieses Verbrechens bedeutet, die Machthaber der Islamischen Republik zu ermutigen, die ungerechtfertigte Todesurteile weiter zu vollstrecken.

Lasst uns zusammen aufstehen, um das Leben von Kindern, Jugendlichen, furchtlosen Frauen und mutigen Männern des Irans zu retten!

Die Einheit aller Iraner*innen und Iranischstämmigen auf der ganzen Welt ist der Schlüssel zum Sieg über den Dämon der kriminellen Islamischen Regierung!

Vorstand der Iranischen Gemeinde in Deutschland

 

Über die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.

Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) ist ein bundesweit agierender Dachverband der iranischen und Iran-stämmigen Community, der im Jahr 2010 in Berlin gegründet wurde. Die IGD setzt sich satzungsgemäß u. a. für die Stärkung der Interessen von in Deutschland lebenden Menschen iranischer Herkunft und deren stärkere Integration sowie Partizipation ein. Der Verein ist unabhängig, überparteilich, überkonfessionell und an säkularen Werten orientiert.

Theater der Vielfalt

By Abgeschlossene Projekte No Comments

Kinder und Jugendliche haben während der Corona-Pandemie, insbesondere während des Lockdowns sehr zu leiden gehabt. Es bestand wenig, bis kein Kontakt zu anderen, vor allem nicht zu Gleichaltrigen außerhalb der eigenen Familie. Ziel war es durch ein interkulturelles Theaterprojekt mit musikalischer Untermalung die Solidaritätserfahrung sowie die Selbstwirksamkeit in der Gruppe zu stärken und ihr Bewusstsein für andere Kulturen zu erhöhen.

Kinder im Alter von 8-12 Jahren waren herzlich dazu eingeladen mitzuwirken. Gemeinsam mit den Musikern Nasser Kilada, Hans-Jörn Brandenburg sowie Fredrik Kinbom erarbeitete die Projektleitung Laura Montanaro mit den Kindern ein gemeinsames Stück.
Für Rückfragen zum Projekt steht Ihnen Laura gern zur Verfügung. Sie erreichen Sie unter: laura.montanaro@iranischegemeinde.de
Graphic Credits für Flyer: Miriam Jacquiot
Foto Credits für Bilder: Mahtab Ebrahimzadeh

Fördermittelgeber & Partner

Ansprechpartnerin

Laura Montanaro, Teamleiterin

Laura Montanaro ist als Teamleiterin im Landesrahmenprogramm Integrationslotsinnen und Integrationslotsen bei der IGD für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf tätig. Sie besitzt einen Bachelor (B.A.) in Medien- und Eventmanagement und studiert aktuell M.A. Kultur, Ästhetik und Medien. Sie absolvierte zusätzlich eine Ausbildung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in Manchester, Großbritannien und ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin (Englisch). Sie ist für die Koordination des Projekts sowie die fachliche Begleitung der Integrationslots:innen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zuständig und war bereits in mehreren Projekten der IGD tätig.

Aufruf zur Teilnahme an der Großdemonstration am 22. Oktober 2022

By Allgemein, Archiv

Zur Unterstützung der revolutionären Bewegung des iranischen Volkes ruft die „Iranische Gemeinde in Deutschland“ alle Mitglieder, Freund:innen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen in Berlin auf, an der zentralen Demonstration am 22. Oktober 2022 in Berlin teilzunehmen:

Ort: Großer Stern
Zeit: 15 Uhr

Es ist an der Zeit, Solidarität mit den Menschen im Iran, die für ihre Grundrechte kämpfen zu zeigen und mit dem Slogan „Frauen-Leben-Freiheit“ die vereinte Kraft der Iraner:innen innerhalb und außerhalb des Landes gegen das Massaker, die Unterdrückung und Folter von Kindern, Frauen und Benachteiligten an den Tag zu legen.

Aufruf zur Teilnahme an den deutschlandweiten Demonstrationen am 19. November 2022

By Allgemein, Archiv

Zur Unterstützung der revolutionären Bewegung des iranischen Volkes ruft die „Iranische Gemeinde in Deutschland“ alle Mitglieder, Freund:innen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen in Berlin auf, an den deutschlandweiten Demonstrationen am 19. November 2022 teilzunehmen.

Es ist an der Zeit, Solidarität mit den Menschen im Iran, die für ihre Grundrechte kämpfen zu zeigen und mit dem Slogan „Frauen-Leben-Freiheit“ die vereinte Kraft der Iraner:innen innerhalb und außerhalb des Landes gegen das Massaker, die Unterdrückung und Folter von Kindern, Frauen und Benachteiligten an den Tag zu legen.

PRESSEMITTEILUNG: zur Lage im Iran im Vorfeld des Treffens der Außenminister der EU-Staaten in Luxemburg

By Allgemein, Presse & Mitteilungen, Pressemitteilungen

Frau | Leben | Freiheit

زن ـ زندگی ـ آزادی

 

Die Ermordung von Mahsa (Jina) Amini im Gewahrsam der iranischen Sittenpolizei war ein Auslöser für große Proteste in ganz Iran. Seitdem sind wir alle Zeug:innen dieses massiven und mörderischen Vorgehens des iranischen Staats gegen die mutigen und heldenhaften jungen Frauen und Männer, die sich auf Demonstrationen unter Einsatz ihres Lebens für die Rechte der Frauen, für das Leben und die Freiheit einsetzen. Doch auch vor Schulen und Kindern macht die Brutalität der sogenannten Spezialeinheiten der islamischen Regierung nicht halt. Laut Amnesty International sind bis jetzt mindestens 23 Kinder bei den andauernden Protesten in Iran durch Sicherheitskräfte getötet worden. Beim Großbrand im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran vor zwei Tagen sind laut der widersprüchlichen und nicht verifizierbaren Angaben der iranischen Justiz bislang vier Häftlinge getötet und mehr als 61 verletzt worden. Wir befürchten jedoch eine viel größere Zahl an Opfern, denn viele Schüsse wurden abgefeuert, während Evin brannte. In diesem Gefängnis sind politische Gefangene inhaftiert – auch Teilnehmer:innen der jüngsten Proteste und viele Doppelstaatler:innen.

Die Bilder, die wir in den sozialen Medien sehen, zeigen nur ein Bruchteil dessen, was in Iran tatsächlich passiert. Dass das Internet abgestellt wurde, ist für die Menschen fatal: Sie können nicht mehr miteinander kommunizieren und sich organisieren, um sich so gegen die Brutalität des iranischen Sicherheitsapparats zu schützen. Dadurch ist es seit vielen Tagen ebenfalls nicht möglich, verifizierbare Informationen aus Iran zu senden, um der Welt mitzuteilen, wie bedrohlich die Lage vor Ort ist. Nachdem das Internet bei den Protesten im Jahr 2019 abgestellt wurde, wurden mehr als 1.500 Demonstrierende zum Teil Jugendliche und Kinder von der Polizei, den Revolutionsgardisten und Milizen der Regierung auf den Straßen regelrecht hingerichtet. Auch jetzt erreichen uns täglich Nachrichten von der Tötung, Verletzung und Misshandlung der protestierenden Menschen und der Vergewaltigung junger Frauen im Gewahrsam der barbarischen und erbarmungslosen Sicherheitskräfte des Regimes.

Doch auch die iranische Diaspora in der EU und auch hier in Deutschland ist vor den Verbrechern des Regimes nicht sicher. Auf vielen Solidaritätsdemonstrationen und Kundgebungen kommt es immer wieder vor, dass Spitzel des Regimes uns gezielt nachspionieren und die Teilnehmer*innen der Demonstrationen fotografieren. Somit sind Iraner:innen stets in Gefahr.

Wir fordern von der EU und insbesondere der Bundesregierung:

  1. Sofortige Beendigung der Appeasement-Politik gegenüber der iranischen Regierung
  2. Sofortiger Stopp der Atomgespräche mit Iran
  3. Einfrieren der Konten der Verbrecher des Regimes und deren Angehörigen in der EU
  4. Ein sofortiger Abschiebestopp nach Iran
  5. Konsequente Sanktionierung aller Angehörigen der iranischen Regierung
  6. Überwachung und rechtliche Verfolgung der hier im Auftrag des Regimes agierenden Agenten und religiösen Institutionen – u.a. Schließung des Islamischen Zentrums in Hamburg
  7. Eine unabhängige und schnelle Untersuchung des Brands im Evin-Gefängnis und der Situation der dortigen Gefangenen durch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK)

Der mutige Kampf der Iraner:innen für Freiheit, Würde, Gerechtigkeit und eine künftige demokratische Grundordnung in Iran braucht jetzt Ihre Unterstützung. Zeigen Sie, dass Sie sich weiterhin den Grundwerten der EU, welche in Art. 2 des Vertrages über die Europäische Union verankert sind, verpflichtet fühlen.

 

Über die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.

Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) ist ein bundesweit agierender Dachverband der iranischen und Iran-stämmigen Community, der im Jahr 2010 in Berlin gegründet wurde. Die IGD setzt sich satzungsgemäß u. a. für die Stärkung der Interessen von in Deutschland lebenden Menschen iranischer Herkunft und deren stärkere Integration sowie Partizipation ein. Der Verein ist unabhängig, überparteilich, überkonfessionell und an säkularen Werten orientiert.

17.10.2022

PRESSEMITTEILUNG: Wir verurteilen den Mord an Mahsa Amini

By Allgemein, Presse & Mitteilungen, Pressemitteilungen

Die Ermordung von Mahsa Amini durch die Ershad-Patrouille (Sittenpolizei) in der Regierungshaft hat nationale und internationale Trauer und Empörung hervorgerufen. Wie soziale Netzwerke belegen, sind auch die in Deutschland lebenden Iraner:innen von diesem Verbrechen schwer betroffen.

Die junge Mahsa wurde wie unzählige andere Jugendliche im Iran Opfer von Ignoranz, Unterdrückung und Verletzung der fundamentalen Grund- und Menschenrechte.

Wir verurteilen dieses große Verbrechen, die offene Gewalt der Regierenden im Iran gegen Frauen und die Verletzung ihrer Rechte, und fordern zusammen mit  überwältigender Mehrheit der Iraner:innen innerhalb und außerhalb des Irans die Abschaffung des Kopftuchpflichts (obligatorischen Hidschabs), die Auflösung der Ershad-Patrouille (Sittenpolizei) und juristische Verfolgung von Personen mit direkter und indirekter Beteiligung an der Verletzung und Tötung bisher zahlreicher iranischer Frauen.

Wir sprechen der Familie von Mahsa Amini und dem iranischen Volk unser Beileid und unser tiefstes Mitgefühl aus.

In der Hoffnung auf den Tag, an dem solch traurige Nachrichten aus dem Iran, dem Land von Tahmineh und Gord-Afarid (Helden aus der altiranischen Mythologie), wo einst die Ehrung der Frauen besondere Aufmerksamkeit zugeteilt wurde, aufhören und das Motto von „Frau, Leben und Freiheit“ verwirklicht wird.

Vorstand der Iranischen Gemeinde in Deutschland