PRESSEMITTEILUNG: Wachsamkeit gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass
Die Ereignisse in Halle haben die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) tief schockiert. Unsere Mitgliedsorganisationen und Mitglieder möchten den Opfern und ihren Angehörigen ihr tiefstes Mitgefühl aussprechen. Wir trauern mit Ihnen in Solidarität und Menschlichkeit und verurteilen diesen grausamen Anschlag aufs Schärfste.
Der Anschlag in Halle war antisemitisch motiviert, daran gibt es keinen Zweifel. Die polizeilichen Ermittlungen mögen zwar auf einen Einzeltäter hinweisen, jedoch besteht in Teilen der Gesellschaft ein Klima, das als Nährboden dieser Tat gelten muss. Es ist besorgniserregend, dass Juden und jüdische Organisationen an vielen Orten der Welt Opfer antisemitischer Anschläge und von Diskriminierungen sind. Dass heutzutage in Deutschland vier Generationen nach der Shoa, dem schrecklichsten Tabubruch der Menschheit überhaupt, die die europäischen Juden der Vernichtung preisgab, jüdisches Leben beschützt werden muss, ist eine Schande.
Die Politik ist nun gefordert. Die bisherigen Erkenntnisse aus dem Aufklärungsprozess der NSU-Morde, des tödlichen Attentats an Walter Lübke, aber auch aus den weiteren unzähligen Straftaten mit rassistischen und rechtsextremistischen Hintergrund mit zahlreichen Opfern zeigen, dass eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus-Komplex auch mit einer radikalen Kritik der deutschen Sicherheitspolitik einhergehen muss. Es ist nun an der Zeit, diesem sicherheitspolitisch mit aller Konsequenz, nachhaltig und umfassend zu begegnen.
Gemeinsam und solidarisch rufen wir als Teil der Migrantenorganisationen (MO) und neue Deutsche auf, gegen Hass, Intoleranz und Menschenfeindlichkeit jeglicher Art aufzustehen und Farbe zu bekennen. Wir wollen und können nicht weiter ein in Teilen der deutschen Gesellschaft existentes Klima akzeptieren, in der Hetze gegen Minderheiten und Hass gegen das Anderssein auf fruchtbaren Boden fällt. Lasst uns gemeinsam wachsam sein!
Als Mitglieder einer MO, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben und deren Kinder hier als Deutsche geboren sind, empfinden wir uns als gleichberechtigter Teil der deutschen Gesellschaft. Wir sind gemeinsam auch als Deutsche und neue Deutsche nicht für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit des Naziregimes und seiner Helfershelfer verantwortlich. Als Gesamtgesellschaft tragen wir aber die moralische Verantwortung an diese Unmenschlichkeiten zu erinnern und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemals wieder auf deutschen Boden solche Ereignisse wiederholen.
Unsere gemeinsame Aufgabe besteht deshalb darin allen völkischen und nationalistischen Parolen sowie rechtsextremen und antisemitischen Gedankengut entgegenzutreten. Denjenigen, die mit diesen Parolen kokettieren, müssen wir klarmachen, dass diese extremistischen Ideologien inakzeptabel sind. Diejenigen, die rechtspopulistischen Parteien ihre Stimme geben, müssen wissen, dass sie aus moralischer Sicht zu Mittätern werden.
„Wald und Klimawandel in der Dübener Heide:
Eine Wanderung durch Erlebnis- und Konflikträume“
Die IGD hat in Kooperation mit dem Naturpark Dübener Heide am 28. und 29. Oktober 2019 eine Wanderung mit insgesamt 30 Teilnehmern (Geflüchteten, Migranten und Mehrheitsbevölkerung) durchgeführt. Als Migrantenorganisation (MO) sind wir bestrebt, neben migrantischen Schwerpunktthemen wie u.a. der Stärkung von Integration und Partizipation, der Schaffung besserer Beteiligungsmöglichkeiten für Migranten und der interkulturellen Öffnung von Politik und Verwaltung, verstärkt auch postmigrantische Themen zu besetzen. Solche Themen, die einen starken Querschnittscharakter besitzen, von gesamtgesellschaftlicher Relevanz sind und alle Menschen unabhängig ihrer Herkunft betreffen, wie der Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Als IGD möchten wir zur Sensibilisierung dieser Thematiken innerhalb der migrantischen Communities beitragen.
Im Rahmen des Projekts Deine Werte – Meine Werte – Unsere Werte lassen sich Aktivitäten und Veranstaltungen zu den Themen Klimawandel und Umweltschutz organisieren, da sich hier über Werte und Normen unseres zukünftigen Zusammenlebens global trefflich debattieren lässt. Neben dieser grundlegenden Zielsetzung sollte die Wanderung in der Dübener Heide die Teilnehmer auch konkret zur zukünftigen Entwicklung des Klimas, zu den erwartbaren lokalen Veränderungen für Mensch und Natur und zu den konkreten Auswirkungen auf den Wald und die angrenzende Landwirtschaft informieren. Wir haben unterschiedliche Fragestellungen erörtert, wie u.a. die Hintergründe des Braunkohletagebaus und seine Auswirkungen auf den Klimaschutz, notwendige Maßnahmen der Klimaanpassung oder die Möglichkeiten der nachhaltigen Energienutzung in der Dübener Heide.
An den zwei Tagen waren insgesamt 17 Gesprächspartner zu diversen Themen Teil eines Austauschs auch zu den vielfältigen Konflikten der Waldbewohner und Waldnutzer. Auf der ca. 23 km langen Wanderung an beiden Tagen nahmen insgesamt 30 Personen teil. Neuzugewanderte Migranten attestierten nach zwei Tagen, dass ihnen die Virulenz der innerdeutschen Debatte über den Klimawandel und die sehr konträren Meinungen dazu bisher so nicht bewusst gewesen seien. Aus diesem und anderen Gründen planen wir als IGD mit unserem Partner Naturpark Dübener Heide im Frühsommer des Jahres 2020 die Wiederholung mit einem variierten Programm und einer neuen Teilnehmergruppe sowie weitere Aktivitäten wie u.a. einer Nachtwanderung in Verbindung mit dem Frühjahrsfest Nowruz oder einer Seminarwerkstatt zum Bau von Holzbänken für Wanderer in der Dübener Heide.
Ablauf der Wanderung: Die Wanderung begann am ersten Tag mit einem zünftigen Frühstück im Radiser Gutshof in Radis/Kemberg, bei dem das Programm der folgenden zwei Tage durch Dr. Torsten Reinsch vorgestellt wurde. Evelin Erdmann, die Bürgermeisterin des Ortsteils, und die Ortschronistin, Isabella Weber, berichteten über die lange Geschichte
des Orts, der durch die Wende 1989 in doppelter Hinsicht stark beeinflusst wurde. Einerseits war die Einstellung des Braunkohletagebaus nach der Wende Garant für die Weiterexistenz von Radis, da der Ort ursprünglich dem Tagebau weichen sollte. Andererseits hat Radis wie andere Ortschaften Ostdeutschlands auch einen merklichen Wegzug von jungen Menschen zu beklagen.
Die Gruppe erfuhr in Gesprächen mit zwei Landwirten, dass die Landwirtschaft in Deutschland sehr hohe Auflagen zu erfüllen habe, und von vielen Seiten zu Unrecht beschuldigt werde, nachlässig mit der Umwelt umzugehen. Gerade die Landwirte seien doch die Hauptakteure der Kultivierung und Pflege von Kulturlandschaft. In der öffentlichen Debatte werde z.B. bei der Ausbringung von Gülle oft nur über mögliche Folgen einer hohen Nitratbelastung berichtet. Für Landwirte stellt Gülle dabei auch ein sehr hochwertiges Produkt dar mit dem natürlich gedüngt werden könne.
Im weiteren Verlauf stellte der Bürgermeister aus Kemberg, Torsten Seelig, die Situation der Bieber in der Dübener Heide in Zeiten des Wassermangels vor. Auch hier stehen wie übrigens bei der Wiederansiedlung des Wolfs aus Sicht der Umwelt und der Diversität sehr positiven Seiten negative Auswirkungen auf die Weidetiere der Landwirte entgegen, die vom Wolf gerissen werden.
Am Nachmittag des ersten Tages stand der Wald und die Bienen als Waldbewohner im Mittelpunkt des Interesses mit insgesamt vier unterschiedlichen Vorträgen von György Astalosz, Forstwirt a.D., Klemens Wefel, Forstverwaltung Gniester Schweiz, Robert Klauck, Imker und Jürgen Kristin vom Betreuungsforstamt Dessau.
Alle Vortragenden machten klar, dass der Wald in Deutschland sehr stark durch den Klimawandel beeinträchtigt ist, sehr komplexe Auswirkungen des Klimawandels zu beobachten sind und der Wald nur noch zum Teil seine angestammte Funktion als Wasser- und CO-2 Speicher erfüllen kann. Alleine in Sachsen-Anhalt seien ca. 70.000 ha Wald in den vergangenen zwei Jahren von Schädlingen befallen worden. Durch das wärmere Klima hat der Schädlingsbefall durch Borkenkäfer stark zugenommen, weil die natürliche Abwehrreaktion der Bäume, die Produktion von Harz, durch die Trockenheit bis 1,80 Tiefe, stark eingegrenzt ist. Klimawandel bedeutet übrigens plastisch, dass sich Mitteldeutschland und damit die Dübener Heide klimatisch um ca. 4 Breitengrade nach Süden bis etwa nach Südungarn und Südrumänien verschoben hat und eine Höhenverschiebung von 500 auf 100 m ü NN zu beobachten ist.
Durch das Fällen der vom Borkenkäfer befallenen Bäume sind große Lichtungen entstanden und es ist dadurch auch zu einer Bodendegradation gekommen. Die Forstwirtschaft sei sich in Deutschland noch nicht einig, wie man auf diese Herausforderungen reagieren könne und habe noch keinen Masterplan entwickelt. Angedacht werden die Züchtung und flächendeckende Anpflanzung von wasser-resistenteren Baumsorten, z.B. aus Regionen des östlichen Balkans. Die Kieferregion des nordostdeutschen Tieflandes habe sich von einem verjüngungsfreudigen mischwaldtauglichen Zustand degradiert und die künstliche Waldverjüngung bereite Probleme und behindere die natürliche Waldverjüngung. Die Warnsignale der Wissenschaft zur Klimaerwärmung werden mittlerweile von allen Beteiligten akzeptiert.
Und trotzdem sind die zeitlichen Abläufe bisher nicht in Form eines Masterplans für Deutschland erstellt worden. Unter Anleitung von Klemens Wefel wurden dann auf einer Lichtung drei vom Borkenkäfer befallenen Bäume gefällt.
Das Sterben der Bienenvölker durch den Klimawandel sei auch in der Dübener Heide stark zu spüren. Dazu kommt, dass nach der Wende auch viele Hobbyimker ihre Tätigkeit eingestellt hätten. Robert Klauck machte anschaulich deutlich, welche Leistung die Natur und wir Menschen den Bienen verdanken. So bedarf es für ein Glas Honig von 500 g 50.000 einzelner Flüge von Bienen, was einer Strecke von 100.000 Kilometern oder einer 2,5-maligen Umrundung der Erde am Äquator gleichkommt. Und dabei vollbringen die Bienen „ganz nebenbei“ die Bestäubung so vieler Pflanzen und Bäume, die ohne Bienen keine oder deutlich weniger Früchte und Ertrag hervorbrächten.
Zum Ende des ersten Tages nach fast 12 Stunden Wanderung und Programm kamen die Teilnehmer im Rahmen eines Lagerfeuers zusammen. Dort diskutierten die Teilnehmer bei Bier und Wein zu Werten, die das Leben in Deutschland bestimmen und über diverse Konzepte von Identitäten(en) und Heimat(en). Und zum guten Schluss des ersten Abends verstummten die ernsten Gespräche und das Gitarrenspiel bei Lagerfeuerromantik übernahm die Regie.
Im Mittelpunkt des Vormittags des zweiten Tages standen die Themen Wald und Nachhaltigkeit, Luther Moor und Vernässung und die Gruppe wurde von Sven Kröber von merkmal e.V. begleitet. Herr Kröber gab zur geologischen Entstehung der Dübener Heide A uskunft, die in der letzten großen Eiszeit vor 450.000-300.000 Jahren zustande gekommen sei. Große maritime Gletscher aus dem heutigen Skandinavien schoben Erdmassen in der Dübener Heide so zusammen, dass die Braunkohleschichten, die durch die Inkohlung von großen Pflanzenbeständen zustande kamen, nach oben geschoben wurden. Die Dübener Heide war damals mit einer bis zu 800 Meter dicken Eis- und Schneeschicht bedeckt.
Auf der antiken Via Imperii, der römischen Hauptstraße vom Mittelmeer bis zur Ostsee, wanderte zum Teil Martin Luther auf seinen Wanderungen um Wittenberg und Leipzig. Erstmals im Jahre 1538 wurde eine Walderfassung in Gang gesetzt und Luther hat Impulse für den Waldschutz geliefert. Der Wald war damals sehr ungepflegt, wild und die Menschen haben ich nicht gepflegt, worüber sich Luther beschwerte. Mischkultur bietet Seminare zum Bau von Parkbänken und Waldbauexkursionen an. Es bestehen erhebliche Konflikte zwischen den Bewohnern des Waldes und der Forstverwaltung beim Thema Moorgebiete, sowie dem Anbau und der Vernässung bestehender Flächen.
Paula Passin führte in das klimanagepasste Gärtnern und in die Mischkultur zur Selbstversorgung ein. Der Klimawandel habe neben vielen negativen, auch positive Auswirkungen, u.a. mit der Ausweitung der Vegetationsphase, besseren Erträgen und deutlich geringerer Braunfäule. Zum klimangepassten Gärtnern zählte sie u.a.: Tröpfchenbewässerung, Nutzung von Wasser aus Regenwasser-Rückfangbehältern, Gewächshäuser, keine Chemie und die Haltung natürlicher Feinde der Schädlinge.
Zum Ende des zweiten Tages erhielten die Teilnehmenden von dem Schweinezüchter Dr. Markus Bötsch noch Informationen zu bestehenden Hürden der Schweinezucht aber auch zu sehr spannenden Aspekten. So seien Schweine sehr intelligente Tiere, die einen vielfach stärkeren Geruchssinn als Hunde besäßen und es deswegen auch dressierte Schweine in der Kriminalistik gebe.
Am Ende trafen sich viele der teilnehmenden Referenten und die Wanderer am Bergwitzsee, der ein ehemaliges Braunkohletageabbaugebiet und später schon in Zeiten der DDR als Naherholungsgebiet fungierte. Der See und die Dübener Heide verabschiedeten sich so von ihrer besten Seite und luden die Wanderer zum Verweilen ein und auf ein baldiges nächstes Mal.
Das gesamte Programm finden Sie als PDF-Datei unter:
Die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) ist Träger verschiedener Projekte. Im Rahmen eines Projekts vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit dem Titel „Deine Werte-Meine Werte-Unsere Werte“ planen wir gemeinsam mit dem Naturpark Dübener Heide (https://friedrichsee.de/unser-kiez.html) am 28. und 29. Oktober 2019 unter dem Motto „Wald und Klimawandel in der Dübener Heide: Eine Wanderung durch Erlebnis- und Konflikträume“ eine zweitägige Wanderung.
Der Klimawandel und der Schutz der Umwelt geht uns alle an. Wir wollen uns gemeinsam mit Experten aus der Forstwirtschaft, Landwirten und Nutzern des Waldes über bestehende Konflikte in der Nutzung des Waldes informieren. Dazu laden wir Sie recht herzlich ein. Wir würden uns über eine Teilnahme Ihrerseits sehr freuen.
Melden Sie sich bei Interesse bitte umgehend aber bis spätestens 30.09.2019 bei unserem Geschäftsführer Dirk Tröndle (dirk.troendle@iranischegemeinde.de).
Die sieben Migrantenverbände (Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat e. V. (BZI), Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e. V. (VDSH), Bundesnetzwerk TANG – The African Network of Germany e. V., DaMOst – Dachverband der Migrantenorganisationen in Deutschland e. V., Kurdische Gemeinde Deutschland e. V. (KGD), Iranische Gemeinde in Deutschland e. V. (IGD) und Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland e. V. (ZAGD)), die in der zweiten Phase der Strukturförderung gefördert werden, trafen sich am 14.09.2019 zum 2. Vernetzungstreffen. Gegenstand war die Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit der Verbände, die sich unter Anleitung der Medienexpertin und Öffentlichkeitsarbeiterin Prasanna Oomen und IMAP-Beraterin Marie-Sophie Guntram in den letzten Monaten stark professionalisiert hat.
Am 13.09.2019 fand der Vortrag von Prof. Kanani mit dem Titel „Hat die menschliche Welt eine klare Zukunft?“ in persischer Sprache statt. Es ging in diesem Vortrag um Klimawandel, seine Ursachen und Lösungsansätze. Die IGD hatte diesen Vortrag organisiert.
Im Rahmen der BAMF-Strukturförderung führte die IGD unter Leitung von Frau Friederike Vorhof am 01.09.2019 ein Fördermittelseminar für die Flüchtlingsbeauftragten durch, die im Rahmen des IGD-Projekts (Ehrenamtler im Einsatz für Flüchtlinge – EEF/BAGIV) nach Berlin gekommen waren. Die iran- und afghanischstämigen Vereine aus Bremen, Hamburg, Mainz, Frankfurt, Passau, München, Nürnberg und Berlin bekundeten große Bedarfe an Kenntnissen der Fördermittelakquise und des Fördermittelmanagements. Vereine und Verbände bundesweit, die weiter Bedarf in diesem Kontext besitzen, können sich unter info@iranischegemeinde.de melden.
Vom 02.-04.09.2019 veranstaltete die IGD gemeinsam mit 18 Netzwerkpartnern eine Fahrradtour durch Berlin und Brandenburg. Anlass waren die beiden Jubiläen ‚70 Jahre Grundgesetz‘ und ‚30 Jahre Mauerfall‘, zwei Ereignisse der neueren deutschen Geschichte, die auch für die Migrantenorganisationen eine zentrale Bedeutung besitzen, weil wir uns als gleichberechtigten Teil dieses Landes und seiner Geschichte empfinden.
Die Vizepräsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frau Andrea Schumacher, eröffnete die Fahrradtour „MigrantenRadler: Bunt und Mobil“ und ließ es sich trotz vollem Terminplan nicht nehmen, die erste Strecke mit zu radeln. Die Strecke führte entlang der 20. Etappe des Deutschen Einheitsradwegs durch den Grunewald, Pfaueninsel, Glienicker Brücke nach Potsdam und Babelsberg vorbei an Orten und Mahnmalen der deutsch-deutschen Geschichte.
Höhepunkte am zweiten Tag waren der Besuch des Baumkronenpfades in Beelitz Heilstätten ‚Baum&Zeit‘ und die Fahrt durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz mit der Leiterin Kordula Isermann, die der Gruppe Natur und Umwelt in Zeiten des Klimawandels näherbrachte. In einem Gespräch mit der Stadtverwaltung Luckenwalde erfuhr die Gruppe sehr viel über die Geschichte von Luckenwalde und die beispielhafte Flüchtlingsarbeit seit dem Jahr 2015. Die Bürgermeisterin, Frau Elisabeth Herzog-von der Heide, machte klar, dass ihre Gemeinde die Herausforderung der Integration positiv angenommen habe und man damit die negative demografische Entwicklung in Luckenwalde aufhalten kann.
Mit dieser Fahrradtour sollte an die beiden historischen Ereignisse erinnert werden, auch um Geflüchteten und Migranten vor dem Hintergrund manch aussichtloser historischer und gesellschaftspolitischer Entwicklungen in ihren Herkunftsländern die symbolische Botschaft zu vermitteln, dass friedlicher Dialog und konstruktiver Austausch Voraussetzungen für eine demokratische Entwicklung sind. Die IGD und ihre Netzwerkpartner wollten mit dieser Fahrradtour aber auch deutlich machen, inwiefern ein auch schwieriger Dialog zwischen Migranten, Geflüchteten und der Mehrheitsbevölkerung gerade nach den aktuellen Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen notwendig ist.
Die IGD möchte allen beteiligten Organisationen für ihre Kooperationsbereitschaft danken und schon einmal darauf hinweisen, dass weitere Events geplant sind. So sollen Ende Oktober in einer zweitägigen Wanderung durch den Naturpark Dübener Heide die Auswirkungen des Klimawandels und die konträren Interessen der diversen Nutzer des Waldes und der Kulturflächen dargestellt werden. Weiter Informationen unter: http://iranischegemeinde.org/de/wald-und-klimawandel-in-der-duebener-heide-eine-wanderung-durch-erlebnis-und-konfliktraeume
Wir, die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD), feiern 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Mauerfall. Zusammen mit mehr als 15 weiteren Migrantenorganisationen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) veranstalten wir zu diesem Anlass vom 02. bis 4. September 2019 eine Fahrradtour durch Berlin und Brandenburg – unter dem Titel „Migrantenradler: Bunt und mobil“.
Die Radtour findet vom 02. bis 4. September statt, doch die einzelnen Teilnehmer können abends nach Hause fahren. Somit hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit auch nur an einem Tag oder an zwei Tagen teilzunehmen.
BAMF Vizepräsidentin Andrea Schumacher zu Gast
Wir laden Sie herzlich zur Eröffnungsfeier der Fahrradtour ein: Am Montag den 02. September 2019 um 9:30 Uhr auf dem Nikolsburger Platz in Charlottenburg-Wilmersdorf, direkt neben dem Pangea-Haus: dem interkulturellen Begegnungszentrum Berlins. Hier wird auch die Vizepräsidentin des BAMF, Frau Andrea Schumacher, vor Ort sein, die Fahrradtour eröffnen und auch selbst die erste Etappe mitfahren.
Die Route der Fahrradtour
Die Fahrt wird auf der 20. Etappe des Deutschen Einheitsradwegs beginnen und führt am Mauerradweg nach Beelitz. Während der viertägigen Tour machen die Migrantenradler an mehreren Stationen halt, neben Beelitz auch in Luckenwalde und Königswusterhausen, um mit Bürgermeistern, Gemeinderäten und Bürgern ein offenes Gespräch über die Themen Migration und Flucht zu führen. Unter den Teilnehmer*innen der Radtour sind diverse Vereinsvertreter*innen, Medienvertreter*innen sowie weitere Unterstützer*innen der IGD in Berlin.
Ein bedeutendes Thema für viele „Migranten“
Migranten, die vor Jahrzehnten als Arbeitskräfte nach Deutschland eingewandert sind, schätzen das deutsche Grundgesetz als Garant für Menschen- und Grundrechte sowie Rechtsstaatlichkeit. Sie partizipieren an den Möglichkeiten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, wissen aber auch dass Freiheit und Demokratie immer wieder auf das Neue verteidigt werden müssen. Aus diesem Grund können die meisten von ihnen die historische Tragweite der Wiedervereinigung nachvollziehen.
Bei Rückfragen können Sie sich direkt an die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. wenden: info@iranischegemeinde.de
Am 27.06.2019 diskutierten Vertreterinnen unterschiedlicher Migrantenorganisationen zum Thema „Gleichstellung in der Migrations- und Integrationspolitik“. Auch wir haben an der NAP-I Sitzung (Nationaler Aktionsplan Integration) teilgenommen und mitgewirkt.
„Nur mit Frauen gelingt Integration“ – so beginnt der Instagram Post der Vertreterinnen unter dem Gruppenfoto zur gemeinsamen Sitzung. Thematisiert wurden u.a. die Probleme und Hürden für geflüchtete Frauen auf dem Arbeitsmarkt. „Dabei sind es gerade sie, die Mütter, die den Integrationserfolg der nächsten Generation prägen“, heißt es. „Auch wenn wir neue politische Maßnahmen und Regelungen rund um Integration diskutieren, dürfen die Frauen nicht fehlen“, betonten die Vertreterinnen der Migrantendachorganisationen. Und das Thema ist von öffentlichem Interesse: Erst kürzlich haben über 20 Frauen im Kanzleramt über ihre Forderungen für eine bessere Integrationspolitik diskutiert.
Gleichstellung bedeutet aktives Handeln zum Abbau von Benachteiligungen und umfasst die Beseitigung bestehender Nachteile – das ist ein verfassungsmäßiger Auftrag. In diesem Rahmen wurde auch in der NAP-I Sitzung über die Hindernisse, Erfordernisse und künftige Handlungsfelder diskutiert. Kritisiert wurde u.a. der Mangel an gendersensiblen und interkulturellen Strukturen sowie die eingeschränkte Repräsentanz und Teilhabe von Frauen. Zudem wurde hervorgehoben, dass die Leistungen und Potentiale der Migrantinnen nicht genügend Beachtung in der Öffentlichkeit finden. Ein Abbau dieses defizitären Blicks auf Migrantinnen sollte ein Ziel sein sowie Programme zur Förderung von Migrantinnen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu installieren, beispielsweise durch zielgerichtetes Coaching.
Das erste Kietzfest vom 21. Juni 2019 am Nikolsburger Platz in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf war ein großer Erfolg: Zahlreiche Interessenten und Nachbarn aus dem Bezirk waren vor Ort. Jeder Sitzplatz war besetzt. Auch Faisal Hamdo, der deutsch-syrische Autor des Buches „Fern von Aleppo“ war zu Gast.
Das Kietzfest fand im Rahmen der Fête de la Musique am Nikolsburger Platz statt – direkt neben dem Pangea-Haus, dem interkulturellen Begegnungszentrum Berlins. Organisiert wurde das Event von verschiedenen Migrantenorganisationen, u.a. der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD).
Eröffnet wurde die Veranstaltung um 15 Uhr durch eine Tanzgruppe der Kita Aventura. Zahlreiche Stände mit Getränken und Speisen aus aller Welt luden zu einer kulinarischen Reise ein. Begleitet wurde das interkulturelle Fest von einem durchgängigen Musik- und Bühnenprogramm. Am späten Nachmittag trat Faisal Hamdo, der Autor des Buches „Fern von Aleppo – Wie ich als Syrer in Deutschland lebe“ in einen Wertedialog mit der Nachbarschaft. Der junge Buchautor und Physiotherapeut erzählte über seine anfänglichen Erfahrungen in Deutschland und sprach voller Humor über die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Syrien. Das Gespräch mit Herrn Hamdo fand im Rahmen des neuen IGD Projekts „Deine Werte – Meine Werte – Unsere Werte“ statt und wurde von Projektleiter und Geschäftsführer Dirk Tröndle organisiert. Weitere Dialogformate und Veranstaltungen dieser Art sind bereits geplant.
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