STAEPOLSEL

Das Akronym STAEPOLSEL für ein Projekt der Stärkung von Bürgerengagement und Ehrenamt klingt zugegebenermaßen eigenartig. Es ist die Abkürzung des sperrigen Titels „Stärkung der politischen Selbstwirksamkeit, der gesellschaftlichen Partizipation und des bürgerschaftlichen Engagements zur besseren Integration von iranisch- und afghanischstämmigen Geflüchteten und Migrant*innen“.

Das Projekt der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) und des Bundes­netzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert und hat eine dreijährige Laufzeit bis Ende 2022. Die beiden Partner möchten mit verschiedenen Instrumenten und Maßnahmen Zugänge zum Engagement der migrantischen Community ermöglichen und die Grundidee des Engagement­s fördern. Wir möchten insbesondere bei jungen Menschen Selbst­wirksamkeits­erfahrungen unterstützen und die Sprechfähigkeit von Migrant*innen­organisationen zum Thema Ehrenamt und Bürgerengagement allgemein steigern.

Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement besitzen in der iran- und afghan­stämmigen wie auch anderen Migrantencommunities wegen herkunfts­kultureller Prägungen, der politischen Praxis und politischen Kultur andere Konnotationen, bzw. bedeuten nicht in einem subsidiären Staatsverständnis zivilgesellschaftliche Aufgabe und grundlegende politische Handlungsoption eines mündigen Bürgers. Die Divergenzen bezüglich des Ehrenamts sind jedoch viel geringer, als es diese Beschreibung erwarten lässt. Werte wie Solidarität, Hilfsbereitschaft, Verantwortung, Nächstenliebe usw., die Grundlage für ein funktionierendes Ehrenamt sind, existieren auch in allen Herkunftskulturen dieser Menschen.

Wir möchten mit diesem Projekt einerseits Zuwander*innen und Migrant*innen insbesondere der iran- und afghanstämmigen Communities für das Ehrenamt und das Bürgerengagement sensibilisieren. Zudem möchten wir diese Zielgruppe zu einer gleichberechtigten demokratischen Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben ermuntern durch Zugänge und Beiträge zur Stärkung ihrer Debatten- und Streitkultur und Stärkung ihrer politischen Selbstwirksamkeit leisten. Beides sind Grundvoraussetzungen für das Ehrenamt.

Innerhalb dieser Zielgruppe kommt der Förderung von Jungem Engagement und Ehrenamt eine gesonderte Rolle zu. Dazu wollen wir vom BBE und den Erfahrungen der Civil-Academy profitieren und eine eigene IGD-Academy aufbauen, bei der sich Jungerwachsene mit ehrenamtlichen und zivilgesellschaftlichen Ideen für Mikro­projekte bewerben können. Zugänge zur ehrenamtlichen Vorstandsarbeit in Vereinen und ehrenamtlich organisierten Initiativen soll hiermit gefördert werden, weil wir darin eine bedeutende Form von Integration erkennen und das Engagement im Verein die immer noch häufigste Form der Teilnahme am gesellschaftspolitischen Willensbildungsprozess ist. Zudem gehört bürgerschaftliches Engagement zu den wichtigsten, konstitutiven Elementen einer Demokratie.

Fördermittelgeber & Partner

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Ansprechpartner

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Dirk Tröndle, Projektleiter

Dirk Tröndle war zuletzt Geschäftsführer bei der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung und zuvor lange in der politischen und gesellschaftspolitischen Bildungs- und Projektarbeit tätig. Heute ist er Geschäftsführer der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V. (IGD) sowie Projektleiter und Ansprechpartner für das Projekt „STAEPOLSEL“.

Tel.: 030 235 895 89
E-Mail: dirk.troendle@iranischegemeinde.de