Pressemitteilung Berlin, Juli 2016 zum Amoklauf in München

Am Abend des 22. Juli erschoss ein Amokläufer in München neun Menschen, unter anderem mehrere Jugendliche, und verletzte weitere Personen. Dieses tragische und schockierende Ereignis erschütterte Deutschland. Wir fühlen und trauern mit den Familienangehörigen der Opfer und wünschen den Verletzten schnelle und vollständige Genesung.

In den Medien wurde auch auf die iranische Abstammung des Täters, ein 18-jähriger deutscher Staatsbürger, der kurz nach dem Amoklauf sich selbst richtete, hingewiesen. Selbstverständlich rechtfertigt dieses Ereignis, als Tat eines offenbar psychisch kranken Menschen, keine pauschale Urteile gegen die in Deutschland lebenden Iranerinnen und Iraner oder gar gegen Migranten im Allgemeinen. In diesem Zusammenhang ist die kluge Kommunikationsstrategie der Münchener Polizei zu erwähnen, die in den schwierigen Stunden während des Fortgangs des Attentats und unmittelbarer Zeit danach sehr besonnen und verantwortungsvoll agiert hat. Dadurch entstand keinen größeren Raum für weitere Spekulationen, Verbreitung der Unwahrheiten und Hetzjagd der Demagogen gegen Minderheiten in den Medien und sozialen Netzwerken.

Wir hoffen deshalb darauf, dass die Gesinnung und der Geist der Solidarität, die Menschlichkeit und das friedliche Zusammenleben aller Mitbürger in unserer Gesellschaft, trotz solch leidvoller und trauriger Geschehnisse, weiterhin Bestand hat.

Vorstand der Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V.