IGD-Stellungnahme zum Internationalen Tag der Demokratie

Die IGD erinnert an den internationalen Tag der Demokratie am 15.09, der 2007 von den Vereinten Nationen ernannt wurde. 

In diesem Jahr begehen die Deutschen den 71. Geburtstag des Grundgesetzes. Die neue deutsche Verfassung wurde von Frauen und Männern, die den Schrecken der Nazi-Diktatur noch direkt vor Augen hatten, mit einer Klarheit und Weitsicht entworfen, sodass es als Ausgangspunkt und Maßstab der Demokratie in Deutschland gilt: die Unantastbarkeit der Würde des Menschen und davon abgeleitet die Grundrechte, die Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz garantieren. Ohne Zweifel ist Deutschland heute ein anderes als 1949. 

Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt, sie ist pluraler geworden, unterschiedliche Lebensstile und Weltanschauungen machen das Leben nicht nur bunter, sondern zum Teil auch komplizierter. Für die Mütter und Väter des Grundgesetzes war diese Entwicklung nicht so absehbar, gleichwohl zieht sich durch die deutsche Verfassung wie ein roter Faden der Anspruch, Grundsätze für ein friedliches Zusammenleben von Menschen zu formulieren, die eben nicht gleich sind, sondern sich unter anderem durch Abstammung, Glauben oder politische Überzeugung unterscheiden. Daraus spricht nicht nur die Lehre aus der verheerenden nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, der ausnahmslos die vermeintlich „Anderen“ zum Opfer fielen. Es spiegelt sich darin auch die nicht selten verhängnisvollen und schmerzlichen Erfahrung aus Jahrhunderten deutscher und europäischer Geschichte.

Gerade als bundesweit agierender Verband der iranischen und Iranstämmigen Community haben wir diese Werte schätzen gelernt und wollen sie nun mit diesem Tag feierlich begehen. 

Demokratie darf nie zur Selbstverständlichkeit verkommen, sie muss lebendig und wehrhaft sein und immer wieder aufs Neue verteidigt und erkämpft werden. Deshalb schauen wir mit Sorge und starrem Blick insbesondere auf die Entwicklungen der vergangenen Wochen im Land, den Rechtsruck, die Demonstrationen rechtsextremer Gruppierungen und nicht zuletzt die versuchte Stürmung des Reichstagsgebäudes, dem Sitz des Deutschen Bundestages und damit dem Zentrum und Herz freiheitlicher Demokratie in Deutschland. 

Als Iranische Gemeinde in Deutschland wollen und werden wir deshalb unser Engagement zur Mitgestaltung einer zukunftsträchtigen, offenen, nachhaltigen, partizipativen Gesellschaft, ohne Rassismus, Rechtextremismus, Antisemitismus und Diskriminierung verstärken.

 Über die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.